Hubert Burda Media: Zum dritten Mal in Folge zweistelliges Wachstum

Freitag, 07. Juni 2013
Und wächst und wächst und wächst: Burda-Chef Kallen kann zufrieden sein
Und wächst und wächst und wächst: Burda-Chef Kallen kann zufrieden sein

Auf zweistelliges Wachstum programmiert ist offensichtlich Hubert Burda Media. Mit einem Plus von 12,9 Prozent auf einen konsolidierten Umsatz von 2,456 Milliarden Euro legt das Medienhaus im Geschäftsjahr 2012 zum dritten Mal in Folge zweistellig zu. Auch für dieses Jahr rechnet CEO Paul-Bernhard Kallen mit einem Wachstum zwischen 10 und 15 Prozent. Na also, es gibt sie noch, die Wachstums- und Erfolgsstorys deutscher Medienhäuser. Jüngstes Beispiel: Hubert Burda Media. Am Mittwoch hatten ein sichtlich entspannter Burda-CEO Paul-Bernhard Kallen und Philipp Welte, Vorstand Verlage und derzeit interimistischer Pressechef des Unternehmens, Journalisten nach München eingeladen, um vor allem Gutes zu verkünden: "Alle vier Unternehmensbereiche, Digital, Druck, Verlage Inland und Verlage Ausland, sind wirtschaftlich gesund und angenehm profitabel", bilanziert Kallen.


Konkret: Im ausländischen Verlagsgeschäft erwirtschaftete Burda mit 240 Zeitschriftentiteln einen Umsatz von 419,3 Millionen Euro. Bedeutendste Auslandsmärkte für Burda bleiben Osteuropa und die Wachstumsregionen Asiens sowie die Türkei. Von Printkrise ist auch im deutschen Magazingeschäft nichts zu spüren. Der mittlerweile größte Magazinverleger Deutschlands konnte im vergangenen Jahr seine Profitabilität mit einem Rekordergebnis steigern. Im Anzeigenmarkt stieg der Marktanteil des Vermarkters BCN im Wettbewerbsumfeld deutscher Top-Publikumszeitschriftenverlage nach eigenem Bekunden deutlich an (454 Millionen Euro / 16,7 Prozent). Im Vertriebsmarkt erzielte das mehr als 80 Zeitschriften umfassende Burda-Portfolio mit 340 Millionen verkauften Exemplaren nahezu Vorjahresniveau (-0,4 Prozent). Auch der Umsatz hielt sich mit 645,5 Millionen Euro (Minus 1,7 Prozent im Vergleich zu 2011) nahezu stabil. Im Bereich Druck war auch Burda mit einer schwindenden Auftragslage konfrontiert und erzielte einen Umsatz von 224 Millionen Euro.

Eindeutiger Wachstums-Champion ist der Digitalbereich, der im vergangenen Jahr um 23,7 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro stieg. Hier macht sich die Übernahme des Business-Netzwerks Xing und die Akquisitionen rund um die Touristik-Plattform Holidaycheck deutlich bemerkbar. Eingeschlossen sind im Digitalbereich die Umsätze mit Online-Werbung genauso wie die von E-Commerceplattformen wie Zooplus - einem Investment, für das Burda von manch konservativen Medien-Kollegen immer noch belächelt wird.

Das Credo des Burda-CEO: "Für Burda ist Technologie zentraler Bestandteil jeder Medienplattform. Zudem bringen wir Leidenschaft, Kreativität, handwerkliches Können und nicht zuletzt ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse und Interessen der Konsumenten ein. So entstehen Produkte, für die sich Menschen begeistern." Das klingt nach PR-Sprech, allein: Nicht nur die Zahlen geben dem Burda-Chef Recht. Und dass sich auch "das am schnellsten wachsende deutsche Medienunternehmen mit Wurzeln im Verlagsgeschäft" (Kallen) auf seine Wurzeln besinnen kann, zeigt der Launch von "Freeman's World", das Magazin für den Mann im Mann, wie HORIZONT.NET-Kollege David Hein in seiner Rezension befindet. Im ersten Quartal lag der Umsatz 12 Prozent über Vorjahres-Niveau - Burda hat derzeit einen derart guten Lauf, dass ein zweistelliges Wachstum fürs Gesamtjahr drin ist. vs
Meist gelesen
stats