Hubert Burda Media: Digitalgeschäft überholt Verlage im Inland

Freitag, 10. Juni 2011
Paul-Bernhard Kallen: "Zurück auf dem Wachstumspfad"
Paul-Bernhard Kallen: "Zurück auf dem Wachstumspfad"


Hubert Burda Media ist wieder auf Wachstumskurs und rechnet für das laufende Jahr mit einem Umsatzsprung auf über 2 Milliarden Euro. Im Geschäftsjahr 2010 hat der Bereich Digital erstmals das tradtionelle Verlagsgeschäft im Inland überholt, das als einziger Geschäftsbereich einen leichten Umsatzrückgang hinnehmen musste. Insgesamt konnte der Medienkonzern seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2010 um 8,4 Prozent auf 1,72 Milliarden Euro steigern.  Während alle anderen Bereiche wieder Wachstum generieren konnten, gestaltet sich das tradtionelle Printgeschäft in Deutschland weiterschwierig: Der Umsatz der inländischen Verlage von Hubert Burda Media lag 2010 ging um 3,3 Prozent auf 586,6 Millionen Euro zurück. Dabei konnte Burda den Grosso-Umsatz leicht steigern, die Anzeigenerlöse stehen allerdings auch weiter unter Druck.

Stärkster Umsatztreiber ist mittlerweile das Digitalgeschäft: Mit einem Plus von 19 Prozent haben die digitalen Aktivitäten 603,6 Millionen Euro zum Gesamtumsatz beigetragen. 35,1 Prozent des Umsatzes entfallen damit auf die digitalen Geschäfte. Zum Vergleich: Der Anteil des traditionellen Verlagsgeschäfts in Deutschland ist 2010 auf 34,1 Prozent gesunken und ist damit nur noch die zweitstärkste Säule. 2009 lag der Umsatzanteil des inländischen Verlagsgeschäfts noch bei 38,2 Prozent.

Der hohe Anteil des Bereichs Digital ist zum Teil allerdings auch auf die Integration des Direktmarketinggeschäfts zurückzuführen, das aufgrund seiner digitalen Ausrichtung 2010 in den Bereich Digital integriert wurde. Ohne den Bereich Burda Direkt Services, der 129,5 Millionen Euro zum Umsatz der Digitalsparte beigetragen hat,  liegt der Umssatzanteil der digitalen Geschäfte bei 27,5 Prozent.

Zweitwichtigster Wachstumstreiber von Burda sind die ausländischen Verlage: Mit einem Plus von 15,6 Prozent erzielte der Bereich Verlage Ausland einen Umsatz von 369,9 Millionen Euro. Damit erzielt Burda 23,1 Prozent seines Umsatzes im Ausland. Die meisten Titel gibt der Verlag in Osteuropa und Asien heraus, wo Burda auch weiter expandieren will. Der Bereich Druck konnte seinen Umsatz leicht um 3,7 Prozent auf 127,5 Millionen Euro steigern.

Das Konzernergebnis, zu dem Burda keine genauen Angaben macht, war "zufrieden stellend" und lag laut Unternehmen über dem Ergebnis vor der Wirtschaftskrise. Für 2011 rechnet der Medienkonzern mit einem beschleunigten Wachstum: "Wir sind zurück auf dem Wachstumspfad und haben eine wirtschaftliche Basis geschaffen, um in den nächsten Jahren mit deutlich erhöhtem Tempo zu wachsen", sagt Paul-Bernhard Kallen, Vorstandsvorsitzender von Hubert Burda. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet Burda mit einem Umsatzsprung auf über zwei Milliarden Euro, die Mitarbeiterzahl soll erstmals auf 8000 Beschäftigte steigen. Ende 2010 beschäftigte Burda 7637 Mitarbeiter. dh
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