Hubert Burda: "Ergebnisse bewegen sich"

Mittwoch, 17. November 2010
Burda sieht Vertrieb gut aufgestellt
Burda sieht Vertrieb gut aufgestellt

Hubert Burda, Verleger und Präsident des Verbandes der Deutschen Zeitschriftenverleger (VDZ) gibt sich im Vorfeld der Zeitschriftentage des VDZ am Donnerstag und Freitag betont gelassen was die Zukunft der Printmedien angeht. "Die Ergebnisse bewegen sich wieder", sagt er im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Was allerdings von dem Bruttozuwachs im Anzeigengeschäft von derzeit 4 Prozent, auf den sich Burda bezieht, netto übrig bleibt, ist unklar. Im Gegensatz zu TV erholt sich Print nur langsam von der gewaltigen Werbekrise 2009. Burda verweist auf das funktionierende Vertriebsmodell und sieht zudem Vermarktungschancen darin, eine Multimedia-Reichweite auszuweisen, wie es einzelne Verlage für ihre Mediamarken schon machen. "Wir haben ja in Deutschland eine einzigartige Situation, dass alle großen Printverlage rechtzeitig ihre Marken aufs Netz genommen haben", begründet Burda die Sinnhaftigkeit von Multimedia-Reichweiten, die vor einer Woche auch Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner gefordert hatte.

Im ewigen Kampf gegen den Suchmaschinen-Riesen Google, auf den sich die Verlage eingelassen haben, sieht Burda Morgenrot. Das Modell Cost-per-Click, nach dem Google abrechnet, beherrscht den Markt nicht mehr alleine ."Wir sehen, dass zunehmend großformatige Werbung gebucht wird, bei der der Click nicht im Vordergrund steht." Wenn Googles Dienst Google TV startet, werde der Konzern vermutlich mit der im TV übliche Währung Gross-Rating-Point (GRP) antreten. "Mit dieser Währung schaut das wirtschaftliche Bild für redaktionelle Portale dann anders aus", so Burda.

Das Leistungsschutzrecht, für das die Verlage seit Monaten mit der Politik ringen, wird laut Burda kommen. "Wir können nicht Inhalte herstellen, von denen andere am stärksten profitierten." pap
Meist gelesen
stats