Horst Wagner steigt als CEO von Springer & Jacoby aus

Donnerstag, 03. Mai 2007
Horst Wagner
Horst Wagner

Bei der Hamburger Werbeagentur Springer & Jacoby (S&J) wird das Management erneut umgebaut: CEO Horst Wagner steigt rund sechs Monate nach Übernahme des Chefsessels wieder aus. Neuer CEO wird Ercan Öztürk, der als Geschäftsführer bislang schon für das operative Geschäft zuständig war. Branchengerüchte über Differenzen zwischen Wagner und der Eigentümergesellschaft Avantaxx in Elmshorn beziehungsweise deren Alleingesellschafter Lutz Schaffhausen werden von Wagner und Öztürk gemeinsam zurückgewiesen. Die Übergabe erfolge planmäßig nach Abschluss der Restrukturierung und Neupositionierung im Zuge des Eigentümerwechsels.

Wagner wird sich künftig auf seine Aufgaben als Vorstandsvorsitzender von Elephant Seven und Vorstand von Pixelpark konzentrieren. Die Pixelpark-Gruppe bleibt S&J auch nach seinem Rücktritt verbunden: Künftig sollen gemeinsam unter anderem E-Business-Dienstleistungen und digitale Kommunkationsstrategien angeboten werden. mam

Interview mit Horst Wagner und Ercan Öztürk

Herr Wagner, nach nur sechs Monaten steigen Sie als CEO von Springer & Jacoby wieder aus. Offiziell heißt es, wie geplant. Von einem Interims-Job war bislang aber nie die Rede.
Horst Wagner: Wir haben aber auch nicht immer alle Pläne öffentlich gemacht. Intern war die Stabübergabe an Ercan Öztürk schon lange vereinbart. Es war klar, dass ich nicht langfristig drei Führungsjobs übernehmen kann. Mit 180 Mitarbeitern allein in Hamburg hat S&J aber eine Größe, die eine dauerhaft präsente Führung nötig macht.

Dass der CEO-Posten bei S&J ein Fulltime-Job ist, hätte man doch aber auch vorher wissen können.
Wagner: Ich bin kein Freund von Ämterhäufung, deshalb haben wir uns frühzeitig darüber verständigt, dass es sich um ein zeitlich befristetes Engagement handelt. Hätten wir das nicht getan, hätten die Aufsichtsräte von Elephant Seven und Pixelpark doch gar nicht ihre Zustimmung zu meiner Tätigkeit für S&J gegeben.

Trotzdem ist der Zeitpunkt unglücklich. Haben Sie keine Sorge, dass wieder Unruhe in die Agentur kommt?
Ercan Öztürk: Nein. Wir haben die Restrukturierung erfolgreich abgeschlossen und sind jetzt bereit, die nächste Phase einzuläuten. Eine mögliche Planung sah zum Beispiel vor, dass ich gleich zu Beginn den CEO-Posten übernehme. Wir haben uns dann aber dazu entschlossen, dass es besser ist, wenn für eine Übergangszeit ein S&J-erfahrener Mann wie Horst Wagner an der Spitze steht. Und Horst Wagner hat mich ja sogar für diese Aufgabe ausgesucht.

Es gibt allerdings auch das Gerücht, dass der Wechsel erfolgt ist, weil es Unstimmigkeiten mit dem Gesellschafter Lutz Schaffhausen über die Führung der Agentur gegeben hat. Stimmt das?
Wagner: Eindeutig nein.
Öztürk: Von Unstimmigkeiten über die Führung der Agentur kann keine Rede sein. Höchstens darüber, wie viel Zeit für den Job zur Verfügung steht. Lassen Sie es mich mal so sagen: Für alle beteiligten Unternehmen war es wichtig, in dieser Phase auch für eine Nachfolgeregelung zu sorgen, in der die Verantwortlichkeit wieder auf mehreren Schultern verteilt ist. Nur so lassen sich langfristig die Anforderungen an alle drei Führungsaufgaben bei S&J, E7 und Pixelpark adäquat umsetzen.

Ist der Ausstieg von Horst Wagner bei S&J auch das Ende der strategischen Zusammenarbeit und der möglicherweise noch engeren Zusammenführung der Gruppen?
Wagner: Wir werden die Ursprungsidee dieser Kooperation weiter verfolgen - und haben diese sogar schon bei einem Kunden umgesetzt, ein zweiter ist in Arbeit. Bei diesem Modell ging es nie um gesellschaftsrechtliche Verflechtungen, sondern um das operative Geschäft. Ziel bleibt, dass Pixelpark, E7, S&J und Schaffhausen Communication Group ihren Kunden ein ganzheitliches und voll umfängliches Betreuungsangebot machen können. Und dabei sind wir auf einem sehr guten Weg. Interview: mam

Mehr zum Ausstieg von Horst Wagner bei Springer & Jacoby lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe 18/2007, die am Freitag, 4. Mai erscheint.
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