Hombach wehrt sich gegen Angriff des serbischen Wirtschaftsministers

Freitag, 25. Juni 2010
Bodo Hombach tritt den Rückzug aus Serbien an
Bodo Hombach tritt den Rückzug aus Serbien an

Das hätte sich die Essener WAZ Mediengruppe wohl nicht träumen lassen, als sie 2001 im serbischen Markt eingestiegen ist: massive Anfeindungen durch Gesellschaft und Politik. Der aktuelle Gipfel des Konfliktes ist der Quasi-Rausschmiss durch den serbischen Wirtschaftsminister Mladjan Dinkic. "Für die WAZ ist kein Platz in Serbien", wird er in Medienberichten zitiert. Er wirft dem Verlagshaus vor, sich mit dubiosen Geschäftsleuten eingelassen zu haben und ein gefährliches Medienmonopol zu errichten. Dagegen wehrt sich nun WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach in einem Interview mit der Deutschen Welle vehement: "Diese Behauptungen sind allesamt falsch und beruhen entweder auf falschen Informationen oder interessengeleitetem Handeln. Viele Medien, die uns jetzt angreifen, sind streng kontrolliert und in der Hand von Oligarchen, die ganz handfeste Geschäftsinteressen haben, die sie durchsetzen wollen."

Die aktuellen Vorwürfe bestärken Hombach in der Entscheidung für einen Rückzug aus dem Land. "Es hat keinen Sinn, Medien zu machen, in einem Land, in dem man nicht willkommen ist", heißt es in dem Interview weiter. Hintergrund: Anstoß für den Konflikt lieferte das Übernahmeinteresse der WAZ an der Zeitung "Vecernje Novosti", die als Sprachrohr des serbischen Nationalismus gilt. Führende serbische Intellektuelle unter anderem aus dem rechtsextremen Lager sind dagegen Sturm gelaufen. bn
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