Holtzbrinck will Lebensmittel-Praxis verkaufen

Mittwoch, 23. Dezember 2009
Die "Lebensmittel Praxis" passt nicht mehr ins Portfolio
Die "Lebensmittel Praxis" passt nicht mehr ins Portfolio

Eine Nachricht bei Holtzbrinck jagt die andere. Nachdem gestern der Abgang des langjährigen Managers Jochen Gutbrod bekannt wurde, steht nun nach HORIZONT.NET-Informationen der nächste Schnitt bevor. Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck will  den Lebensmittel Praxis Verlag (LPV) in Neuwied verkaufen. Die Entscheidung für einen Käufer könnte kurzfristig fallen. Dem Vernehmen nach passe die Fachzeitschrift nicht mehr zum Portfolio der Stuttgarter Gruppe. Der Bereich Bildung und Wissenschaft, zu dem unter anderem die auf Biologie und Physik spezialisierte Nature Publishing Group gehört, soll jedoch nicht zur Disposition stehen, ebenso wie der auf Sprachen ausgerichtete Spotlight Verlag.

Der LPV deckt innnerhalb der Verlagsgruppe die Bereiche Handel, Gastronomie und Hotellerie ab. Das Flaggschiff "Lebensmittel-Praxis" rangiert jedoch deutlich hinter der nach Bruttowerbeumsatz zweitgrößten deutschen Fachzeitschrift "Lebensmittel-Zeitung", die wie HORIZONT im Deutschen Fachverlag in Frankfurt erscheint. Während die "LZ" im Jahr 2008 einen Bruttowerbeumsatz von 38,02 Millionen Euro verbuchen konnte, kam die "Lebensmittel Praxis" lediglich auf 8,80 Millionen Euro und rangiert damit auf Platz 18 im Gesamtranking der größten Fachtitel.

Neben der "Lebensmittel Praxis" bringt der LPV auch die Magazine "Convenience Shop", "Küche" und "Catering Inside" heraus. Für den österreichischen Markt erscheint das Fachjournal "Regal". Außerdem hält der Verlag Mehrheitsbeteiligungen an Fachtiteln in Polen.

Mit dem Schritt dünnt Verleger Stefan von Holtzbrinck, der die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck führt, das Portfolio weiter aus. Erst im Juni diesen Jahres hatte er die publizistisch bekanntesten Titel des Verlags ans einen Halbbruder Dieter verkaufen müssen.  Zum Paket gehörte zu jeweils 100 Prozent die Verlagsgruppe Handelsblatt ("Handelsblatt", "Wirtschaftswoche") und die Berliner Tagesspiegel-Gruppe sowie 50 Prozent am Hamburger Zeit-Verlag.

Verblieben sind bei Georg von Holtzbrinck neben den Fachzeitschriften auch das Buchgeschäft, die Regionalzeitungen ("Lausitzer Rundschau", "Trierischer Volksfreund") sowie die Onlineaktivitäten wie zum Beispiel die Community-Gruppe VZ-Netzwerke. Die Abhängigkeit vom volatilen Werbegeschäft ist seither deutlich gesunken, so dass die Stuttgarter bereinigt um die Verkäufe auch für 2009 mit einem deutlichen Plus rechnen. pap
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