Holtzbrinck strukturiert um: "Handelsblatt"-Chef Nienstedt geht

Montag, 10. Juni 2002

Mit personellen Konsequenzen reagiert die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck auf die Konjunkturflaute. Die Geschäftsführung wird von neun auf sechs Personen verkleinert. Heinz-Werner Nienstedt, 51, Vorsitzender der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Handelsblatt und Axel Gleie, 46, der den Bereich der Regionalzeitungen verantwortet, verlassen den Medienkonzern. Der kaufmännische Geschäftsführer Arno Mahlert, 55, bleibt dem Konzern treu, soll jedoch künftig neue Aufgaben in der Gruppe übernehmen. Zunächst, so teilte die Verlagsgruppe mit, müsse jedoch ein Nachfolger für seine Position gefunden und eingearbeitet werden.

Die Leitung der Verlagsgruppe Handelsblatt übernimmt bis Jahresende kommissarisch der stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung, Michael Grabner, 53. "Heinz-Werner Nienstedt hat von sich aus den Wunsch geäußert, sich neuen Herausforderungen zustellen", erklärt Michael Grabner im "Handelsblatt": "Er hat die Handelsblatt-Gruppe in eine Nummer-1-Position gebracht und wir hoffen, dass wir bald eine Lösung finden werden, um weiter intensiv mit Herrn Nienstedt zuammenarbeiten zu können."

Im vergangenen Jahr konnte die Holtzbrinck-Gruppe ihren Umsatz zwar leicht von 2,33 auf 2,37 Milliarden Euro steigern. Gravierend war jedoch der Umsatzeinbruch beim "Handelsblatt" von 430,6 Millionen Euro im Jahr 2000 auf 364,1 Millionen Euro und die Verluste im Onlinegeschäft. Einen positiven Impuls lieferten dagegen die im Ausland tätigen Bildungs- und Wissenschaftsverlage. Die Buchverlag und das Regionalzeitungsgeschäft habe sich im vergangenen Jahr planmäßig entwickelt, teilte der Verlag mit. Für das laufende Jahr rechnet die Verlagsgruppe Holtzbrinck mit keiner Belebung des Geschäfts.
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