Holtzbrinck sichert sich Rückkaufrecht für den Tagesspiegel

Freitag, 31. Oktober 2003

Das Stuttgarter Medienhaus Holtzbrinck will den Berliner "Tagesspiegel" wieder zurückerwerben, sobald die rechtlichen Voraussetzungen dafür vorhanden sind. Holtzbrinck habe sich eine Übernahme-Option für den Fall gesichert, dass mit einem neuen Pressefusionsrecht die Zusammenarbeit zwischen den Verlagen von "Tagesspiegel" und "Berliner Zeitung" möglich wird, teilte der "Tagesspiegel" mit. "Der Tagesspiegel" habe Holtzbrinck das Recht eingeräumt, bis zu 75 Prozent der Zeitung zu kaufen. Diese so genannte Call-Option (Recht zum Ankauf) sei jedoch zeitlich befristet.

Holtzbrinck hatte am 10. Oktober den "Tagesspiegel" an seinen früheren Manager Pierre Gerckens verkauft, um die "Berliner Zeitung" übernehmen zu können. Das Kartellamt hatte Holtzbrinck untersagt, "Tagesspiegel" und "Berliner Zeitung2 gleichzeitig zu halten. Holtzbrinck und Gerckens hatten getrennt die Übernahme der jeweiligen Blätter bei den Kartellwächtern angemeldet. Eine Entscheidung steht noch aus.

Im Zuge der Anpassung des deutschen Wettbewerbsrechts an EU-Normen will die Bundesregierung die Bestimmungen für Pressefusionen lockern. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hatte am Vortag die Zeitungsverleger aufgefordert, schnell eigene Vorstellungen vorzulegen. Bisher hätten die Verleger keine gemeinsame Haltung in der Frage gefunden, wie die Kooperation zwischen Verlagen bei gleichzeitiger Wahrung der Meinungsvielfalt neu gestaltet werden könne. Vorstellbar sei beispielsweise, dass Zeitungsredaktionen und Titel weiter in den Händen der Altverleger blieben. Verwaltung, Vertrieb und Technik könnten dann von anderen Verlagen fortgesetzt werden, sagte Clement. nr
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