Holtzbrinck kritisiert Kartellamtsentscheidung

Donnerstag, 05. Februar 2004

Die Verlagsgruppe Holtzbrinck wehrt sich gegen das Verbot des Kartellamtes, den Berliner Verlag zu kaufen. Die Wettbewerbshüter hätten die Lage falsch bewertet, hieß es aus Stuttgart. Die Holtzbrinck-Verlagsgruppe wird gegen die Untersagungsverfügung des Bundeskartellamtes zum Kauf des Berliner Verlages klagen. Das Unternehmen halte die Untersagung für nicht vereinbar mit dem geltenden Kartellrecht. Der Medien-Konzern werde deswegen Rechtsbeschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf einlegen. Neben einer falschen rechtlichen Bewertung der Call-Option seien unangemessene Argumente bezüglich des Lebensalters von Pierre Gerckens sowie dessen wirtschaftlicher Interessenslage und seiner guten Beziehungen zu seinem früheren Arbeitgeber nicht hinnehmbar, hieß es zur Begründung.

Kartellamtspräsident Ulf Böge hatte seine Entscheidung damit begründet, dass die Anteile am Tagesspiegel, die von Holtzbrinck an Pierre Gerckens veräußert werden sollen, Holtzbrinck zuzurechen seien. Holtzbrinck will eigenen Angaben zufolge außerdem gerichtlich klären lassen, in wieweit der Besitz beider Zeitungstitel die vom Kartellamt unterstellte "marktbeherrschende Stellung" in Berlin begründen kann. Aus Sicht der Verlagsgruppe verkennt das Amt bei der Marktabgrenzung im Hinblick auf die Berliner Medienmärkte die Wechselwirkungen zwischen Abonnement- und Kaufzeitungen sowie zwischen Leser- und Anzeigenmärkten und den Einfluss der überregionalen und Umlandzeitungen sowie den intermedialen Wettbewerb. nr
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