Holtzbrinck droht mit Stellenstreichungen in Berlin

Freitag, 28. Februar 2003

Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck wird in Berlin bis zu 100 Stellen streichen, wenn für den Kauf der "Berliner Zeitung" keine Ministererlaubnis erteilt und das Blatt unter einem Dach zusammen mit dem "Tagesspiegel" produziert wird. Das sagte der stellvertretende Verlagsgeschäftsführer Michael Grabner gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Focus". Mit dem Abbau und gemeinsamem Marketing sollen beide Zeitungen wirtschaftlich werden, um redaktionelle Arbeitsplätze zu erhalten, bestätigte ein Sprecher am Freitag.

In den vergangenen Jahren hat Holtzbrinck laut "Focus" mit seinem "Tagesspiegel" einen Verlust von 75 Millionen Euro erwirtschaftet. Den Zukauf der "Berliner Zeitung" im Juni 2002 hat das Bundeskartellamt untersagt. Nun hofft Holtzbrinck auf eine Ministererlaubnis und droht andernfalls, den "Tagesspiegel" einzustellen. "Wenn unser Modell nicht akzeptiert wird, sind für die Eigentümerfamilie von Holtzbrinck die Möglichkeiten erschöpft", sagte Grabner. "Wenn immer noch ein Stein in den Weg gelegt wird, ist Schluss."

Für die Verlagsgruppe Handelsblatt ("Handelsblatt", "Wirtschaftswoche") prognostiziert Grabner für 2003 einen Gesamtumsatz von mehr als 300 Millionen Euro. Laut "Focus" hatte die Verlagsgruppe noch im vergangenen Jahr einen um 200 Millionen Euro höheren Umsatz geplant. nr

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