Holtzbrinck beerdigt Tageszeitung "20Cent"

Freitag, 13. Februar 2009
Nach Zoomer.de fällt auch 20 Cent dem Sparzwang zum Opfer
Nach Zoomer.de fällt auch 20 Cent dem Sparzwang zum Opfer

Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck kehrt weiter mit eisernem Besen durch ihr Portfolio. Nach dem Nachrichtenpoortal Zoomer.de fällt jetzt die Tageszeitung "20Cent" mit Ausgaben für das Saarland und die Lausitz dem Sparzwang zum Opfer. Das Blatt wird Ende des Monats eingestellt. Das teilte die zu Holtzbrinck gehörende "Lausitzer Rundschau" als Herausgeber der ostdeutschen Ausgabe mit. "Der Schritt fällt uns sehr schwer", beteuert Andreas Heinkel, Sprecher der Geschäftsführung. "Aber die aktuelle Situation am Medienmarkt hat uns den Spielraum für die Weiterentwicklung von '20Cent' geraubt."

Das Blatt, das als erste deutsche Tageszeitung im Tabloidformat erschien, wird seit Mai 2004 in Cottbus produziert, die Ausgabe für das Saarland folgte 2005. Die verkaufte Auflage lag zuletzt bei rund 15.000 Exemplaren je Ausgabe. Nach Angaben des Verlags konnte die Abo-Auflage im vergangenen Jahr um 20 Prozent gesteigert werden. "Dennoch wurde das Blatt am Anzeigenmarkt nicht so angenommen, wie es für einen wirtschaftlichen Betrieb notwendig gewesen wäre", wie der Verlag mitteilt. 

Chefredakteur Andreas Oppermann betont, "20Cent" sei auch ein "Experimentierfeld für neue Ideen zur Zeitungsgestaltung" gewesen. dh
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