Holtzbrinck beantragt Ministererlaubnis zur Übernahme der Berliner Zeitung

Dienstag, 14. Januar 2003

Wie bereits im Dezember angekündigt hat die Verlagsgruppe Holtzbrinck jetzt eine Ministererlaubnis für die Übernahme der "Berliner Zeitung" beantragt. Bis April muss Wirtschaftsminister Wolfgang Clement entscheiden, ob er die Übernahme der Zeitung trotz das Kartellamtsverbots zulassen will. Ein Kauf der G+J-Zeitung durch Holtzbrinck war vom Bundeskartellamt verboten worden, da der Verlag in Berlin bereits den "Tagesspiegel" besitzt.

Die Verlagsgruppe Holtzbrinck möchte mit der Ministererlaubnis "die Zukunft des 'Tagesspiegels' und der 'Berliner Zeitung' in dem ungewöhnlich schwierigen Berliner Umfeld" sichern. Da die der Wirtschaft zur Verfügung stehenden Werbebudgets zur Finanzierung der neun in Berlin bestehenden Tageszeitungen nicht ausreichten, könnte nach Ansicht des Verlags die durch das Kartellamt mit einer Übernahme der Berliner Zeitung durch Holtzbrinck angenommene Wettbewerbsbeschränkung, durch ein "Gemeinwohlurteil" nach § 42 GWB aufgewogen werden. Nach dieser Interpretation würde der Erhalt der "Berliner Zeitung" durch die Übernahme zur Erhaltung der publizistischen Vielfalt in der Hauptstadt Berlin beitragen, und damit im Interesse der Allgemeinheit liegen.

Holtzbrinck "will damit auch einen Beitrag zur Gesundung und Weiterentwicklung des Berliner Medienmarktes leisten". Im Rahmen der so genannten "Berliner Lösung" sollen die unabhängigen Redaktionen von "Tagesspiegel" und "Berliner Zeitung" beibehalten und durch die Gründung einer gemeinsamen Verlagsgesellschaft für Einkauf, Verkauf und Verwaltung dringend notwendige Rationalisierungspotenziale erschlossen werden.
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