Hoffnungsvoller Einstand für neue Serien von Sat 1

Dienstag, 13. April 2010
Henning Baum (l.) ist "Der letzte Bulle".
Henning Baum (l.) ist "Der letzte Bulle".

Andreas Bartl im Glück: Kaum hat der Vorstand German Free TV von Pro Sieben Sat 1 und Chef von Sat 1 seine Vision für den Sender vorgestellt, landet er den ersten Treffer. Die neuen Serien "Der letzte Bulle" und "Danni Lowinski" starteten am Montagabend äußerst vielversprechend. "Der letzte Bulle" erreichte mit 1,68 Millionen Zuschauern in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen ordentliche 13,2 Prozent Marktanteil, die Anwaltsserie "Danni Lowinski" mit Annette Frier kam mit 2,18 Millionen Zuschauern sogar auf sehr gute 15,8 Prozent. Auch bei den Zuschauern gesamt liefen beide Serien mit 9,2 bzw. 10,4 Prozent Marktanteil sehr solide an (zur Quotentabelle). Dabei konnte "Der letzte Bulle" sogar RTL-Aushängeschild Günther Jauch in die Suppe spucken: In der jüngeren Zielgruppe musste "Wer wird Millionär?" deutlich Federn lassen und rutschte mit 2,1 Millionen Zuschauern und 16,3 Prozent Marktanteil sogar unter den Senderschnitt. "Danni Lowinski" schlug um 21.15 Uhr die Konkurrenz von RTL sogar aus dem Feld: Die ohnehin schwächelnde Doku-Soap "Vermisst" kam in der jungen Zielgruppe nur noch auf 1,88 Millionen Zuschauer und einen für RTL schwachen Marktanteil von 13,9 Prozent.

Annette Frier als "Danni Lowinski"
Annette Frier als "Danni Lowinski"
"Ein toller Start und ein mehr als gelungenes Comeback für die Deutsche Serie in Sat 1", freut sich Andreas Bartl: "Sowohl 'Der letzte Bulle' als auch 'Danni Lowinski' passen perfekt zu unserer Marke." Dass beide Serien bereits unter den unglücklichen Vorgängern von Bartl in Auftrag gegeben wurden, und dann anderthalb Jahre im Schrank lagen, sei der Vollständigkeit halber erwähnt. Immerhin hat der neue Geschäftsführer nun den Mut gehabt, die Serien endlich on Air zu bringen und auch bei der Programmierung ein glückliches Händchen bewiesen. Die Strategie, die neuen Serien gegen den alternden RTL-Klassiker "Wer wird Millionär?" und die schwächelnde Doku-Soap "Vermisst" zu programmieren, scheint aufzugehen. 

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Mehr zur Programmstrategie von Sat 1 lesen Sie in der aktuellen HORIZONT-Ausgabe 15/2010, die am 15. April erscheint.

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Ob der Auftakterfolg nachhaltig ist, wird sich in den kommenden Wochen beweisen, aber die Chancen dürften gut stehen: Die Figuren sind sympathisch und gut entwickelt, die Dialoge frisch und die Gagdichte hoch. Selbst "Frankfurter Allgemeine" und "Süddeutsche" ließen sich zu wohlwollenden Kritiken hinreißen, was etwas heißen will. Beide Serien scheinen zumindest das Potenzial zu haben, an alte Sat-1-Klassiker wie "Edel & Starck", "Der Bulle von Tölz" oder "Kommissar Rex" anzuknüpfen. dh
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