Hitzewelle drückt TV-Konsum

Donnerstag, 14. August 2003

Die Programm-Macher von Sat 1 sind zufrieden: 5,8 Millionen Zuschauer fieberten beim Finale von "Star Search" mit. Neuer Rekord, doch bei kühlerer Witterung hätten es mehr sein können. Das meinen zumindest die Forscher der Uni Dortmund. Jedes zusätzliche Grad Temperatur lässt den täglichen Fernsehkonsum um 1,3 Minuten sinken, lautet das Ergebnis ihrer Langzeituntersuchung, die den Einfluss des Wetters auf das Sehverhalten analysiert. Jede Stunde mehr Tageslicht reduziert die Sehdauer um 2,4 Minuten.

"Ein kausaler Zusammenhang besteht", kommentiert Michael Darkow, Geschäftsführer der GfK-Fernsehforschung die Ergebnisse. Generalisierende Ableitungen anhand mathematischer Formeln zieht er jedoch in Zweifel. Dies zeige eine Auswertung der ersten Augustwoche. In diesem Jahr betrug die tägliche Sehdauer der über 14- Jährigen bei lokalen 26 Grad bei 180 Minuten. 2002 waren es bei 17 Grad im Durchschnitt 4 Minuten mehr. Im Langzeitvergleich fällt der Rückgang des TV-Konsums infolge der anhaltenden Hitzewelle jedoch weniger drastisch aus. Den Grund vermutet Fernsehforscher Darkow im Gewöhnungseffekt: "Bei sehr langen Gutwetter-Perioden könnte die Lust auf den Biergarten nicht mehr so stark ausgeprägt sein." sch
Meist gelesen
stats