Historisches Ergebnis: Sky erzielt ersten operativen Gewinn in seiner Geschichte

Dienstag, 14. August 2012
Sky arbeitet erstmals profitabel
Sky arbeitet erstmals profitabel

Darauf haben Investoren und Analysten lange gewartet: Der chronisch klamme Pay-TV-Anbieter Sky verdient endlich Geld. Für das 2. Quartal 2012 weist das Tochterunternehmen des australischen Medienmoguls News Corp einen Gewinn von 23 Millionen Euro aus - allerdings vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Vor einem Jahr stand noch ein Verlust in gleicher Höhe in den Büchern. Auch beim operativen Ergebnis (Ebit) liegt Sky Deutschland von April bis Juni 2012 mit 5,9 Millionen Euro im Plus. Lediglich nach Steuern weist Sky noch einen kleinen Fehlbetrag von 13,8 Millionen Euro aus. Deutschlandchef Brian Sullivan spricht von einem Meilenstein für das Unternehmen.
Sky-Chef Brian Sullivan: "Marktpotenziale sind vielversprechender denn je"
Sky-Chef Brian Sullivan: "Marktpotenziale sind vielversprechender denn je"
Der vor Steuern erzielte Quartalsgewinn, über den vorab bereits der "Spiegel" spekuliert hatte, ist laut Sullivan der erste seit der Umbenennung von Premiere in Sky im Juli 2009. Noch weitaus wichtiger: Das 2. Quartal ist das erste in der rund 20-jährigen Geschichte des Bezahl-Fernsehens in Deutschland, in der das Unternehmen aus seinem Kerngeschäft Pay-TV heraus einen Gewinn erwirtschaftet. Das Sky-Vorgängerunternehmen Premiere hatte zwar beispielsweise 2007 und 2005 ebenfalls einen Quartalsgewinn ausgewiesen. Allerdings waren damals einmalige Sondereffekte wie der Börsengang (2005) und der Verkauf von "TV Digital" an Axel Springer (2007) für den Überschuss verantwortlich.

Der Quartalsgewinn im 2. Quartal 2012 lässt sich dagegen mit einer generellen Trendwende erklären. So konnte der Pay-TV-Anbieter, der kürzlich auch prominente Gesichter wie Harald Schmidt und Lothar Matthäus engagierte, seine Gesamtkundenzahl um 14 Prozent auf 3,13 Millionen steigern. Allein im 2. Quartal gewann das Unternehmen netto 47.100 neue Kunden hinzu - das ist ein Plus von 42 Prozent.

Auch die Nachfrage nach Sky Premium HD zieht an: Im zweiten Quartal wuchs die Zahl der Abonnenten um 64 Prozent auf 1,17 Millionen. Für Impulse sorgt unterdessen auch der integrierte Festplattenrecorder Sky+: Die Zahl der Abonnenten erhöhte sich um mehr als 400 Prozent auf 584.000. Die Fußball-Bundesliga, für die Sky ab 2013 satte 486 Millionen Euro pro Saison an die DFL überweisen muss, macht ebenfalls Boden gut. Mit einem Marktanteil von bis zu 17 Prozent bei den 14- bis 49-jährigen Männern erzielte Sky im zweiten Quartal 2012 nach eigenen Angaben neue Zuschauerrekorde.

Die Zukunft sieht Sullivan entsprechend optimistisch: "Die Nachfrage nach unserem erweiterten Produkt- und Serviceangebot nimmt weiter zu", erklärt Sullivan. Zwar habe Sky noch einen weiten Weg vor sich. Geschäftsdynamik und Marktpotenziale seien jedoch "vielversprechender denn je", so der Sky-Chef. mas
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