Hilfsorganisation Solidar Suisse lässt Fifa-Chef Sepp Blatter tanzen

von Ingo Rentz
Dienstag, 10. April 2012
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Nespresso und George Clooney mussten schon dran glauben, nun ist der Weltfußballverband Fifa dran: Die Schweizer Hilfsorganisation Solidar Suisse fordert mit einem satirischen Viral Fifa-Chef Sepp Blatter zum Fairplay gegenüber den Gastgebern der Fußball-WM 2014 in Brasilien auf. Die Aktivisten befürchten, dass das Milliardengeschäft mit dem Fußballevent auf Kosten der brasilianischen Bürger geht. Sepp Blatter, der weltweit ranghöchste Fußball-Funktionär, kämpft seit Jahren mit Image-Problemen. Nicht wenige Fußballfans werfen dem 76-jährigen Schweizer vor, die Fifa wie ein Sonnenkönig zu regieren. Dazu trug nicht zuletzt eine Pressekonferenz im Mai 2011 bei, als Blatter einen veritablen Korruptionsskandal um mehrere Funktionäre sowie seine umstrittene Wiederwahl als Fifa-Präsident mit dem Satz "Crisis? What is a crisis?" nonchalant vom Tisch wischte.

Diese Szene wird für Blatter nun zum Bumerang: Die Zürcher Agentur Spinas Civil Voices, die für Solidar Suisse im vergangenen Jahr bereits Nespresso und deren Edel-Testimonial George Clooney auf die Schippe nahm, benutzt Archiv-Material von besagter Pressekonferenz, um anschließend ein Blatter-Double eine ausgeflippte Tanzsohle aufs Parkett legen zu lassen. Die Parodie soll Blatters Jubel anlässlich der zu erwartenden Gewinne der Fifa bei der WM 2014 symbolisieren.

Solidar Suisse behauptet, dass im Vorfeld des Turniers hundertausende Menschen ihr Heim und zahlreiche Straßenhändler wegen der Lizenzpolitik der Fifa ihr Einkommen verlieren würden. Zudem bliebe das Land nach dem Event auf einem riesigen  Schuldenberg sitzen. Die Organisation fordert daher dazu auf, sich im Netz dem Protest anzuschließen. Bislang kamen rund 10.000 virtuelle Unterschriften zusammen, das Ziel sind 50.000.

Die Fifa ihrerseits wollte sich zu der Kampagne nicht äußern, wie das Medienbüro des Fußballverbandes in einer E-Mail an die Schweizer Tageszeitung "Le Matin" bekundete. Man gibt sich stattdessen betont humorvoll: Blatters Spagat am Ende des Clips sei wirklich bewundernswert.

Bereits vor zwei Jahren, anlässlich der Weltmeisterschaft in Südafrika, fuhr Solidar Suisse eine Kampagne gegen die Fifa. In einer Untersuchung will die Hilfsorganisation damals herausgefunden haben, dass das Turnier für das Gastgeberland ein herbes Verlustgeschäft gewesen sei. ire
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