"Hilflosigkeit": Spiegel-Manager Schlottau kritisiert Intermedia-Rabatt von IP

Montag, 24. August 2009
Will Kunden mit Marktforschung von der Gattung Print überzeugen: Christian Schlottau
Will Kunden mit Marktforschung von der Gattung Print überzeugen: Christian Schlottau

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) wehrt sich gegen den jüngsten Angriff von Martin Krapf. Der Chef des TV-Vermarkters IP Deutschland (RTL) hatte vergangene Woche im HORIZONT-Interview die Gattung Print als das "am stärksten überbewertete Medium in Deutschland" bezeichnet und angekündigt, den deutschen Verlagen mit einem neuen Intermedia-Rabatt Werbegelder abjagen zu wollen. Die Antwort des VDZ auf diese Kampfansage ließ nicht lange auf sich warten.  Christian Schlottau, Verlagsleiter Marketing im Spiegel-Verlag und Sprecher des Arbeitskreises Pressemarkt Anzeigen (PMA) beim VDZ, wirft IP vor, mit seinem jüngst erweiterten Angebotsmodell eine wahre "Rabattflut" eingeleitet zu haben, die ausschließlich "wirtschaftlichem Druck" geschuldet sei und "eigene Leistungsschwächen überspielen" solle. "Das grenzt schon an Hilflosigkeit", schießt Schlottau gegen den TV-Manager.

Der VDZ halte nichts davon, die Rabattspirale weiter anzuheizen. "Das löst nun definitiv nicht die Probleme des Marktes", so der "Spiegel"-Manager, der seinem Wettbewerber vorwirft, mit dem Intermedia-Rabatt an den Bedürfnissen der Werbungtreibenden vorbeizusteuern.

"Fernsehen, Print, Radio und Online haben mediastrategisch nun einmal sehr unterschiedliche Funktionen", so Schlottau. Daher seien diese auch nur begrenzt substituierbar. Der Intermedia-Rabatt verkenne, dass Mediengattungen von den Agenturen sehr gezielt wegen ihrer spezifischen Leistungen und Stärken eingesetzt würden.

Die Zeitschriftenverleger wollen laut Schlottau künftig noch stärker auf Marktforschung setzen, um der Werbekrise zu begegnen. Ziel sei es, durch gemeinsame Forschungsprojekte wie dem Ad Impact Monitor Kunden von der Leistungsfähigkeit von Print zu überzeugen. mas
Meist gelesen
stats