Herres beerbt Struve als Programmchef

Montag, 26. November 2007
Übernimmt das Ruder: Volker Herres
Übernimmt das Ruder: Volker Herres
Themenseiten zu diesem Artikel:

Volker Herre Günter Struve ARD NDR Fritz Raff ZDF


Die langwierige Suche hat endlich ein Ende: NDR-Fernsehdirektor Volker Herres wird Nachfolger des langjährigen ARD-Programmdirektors Günter Struve.

Die Wahl des 50-Jährigen durch die Intendanten erfolgte einstimmig und "im Benehmen mit der Gremienvorsitzendenkonferenz", wie die Pressestelle der ARD textet. Herres wird sein Amt am 1. November 2008 antreten.  ARD-Vorsitzender Fritz Raff glaubt mit Herres, der 1987 vom ZDF zum NDR wechselte, den richtigen Mann gefunden zu haben. Herres sei "ein hervorragender Journalist und Rundfunkmanager", der "die ganze Bandbreite des öffentlich-rechtlichen Rundfunks" kenne und in der Lage sei, das Gemeinschaftsprogramm der ARD weiterentwickeln. Ebenso würdigt Raff die Verdienste von Struve: "Volker Herres kann auf dem Fundament aufbauen, das Günter Struve geschaffen hat. Ohne ihn stünde das Erste nicht da, wo es steht, nämlich unangefochten auf Platz eins als Marktführer und als Nummer Eins in der Infokompetenz."

Der Struve-Nachfolger

Volker Herres startete seine journalistische Laufbahn 1983 beim ZDF, wo er für Formate wie "Kennzeichen D", "Länderspiegel" und "Was nun...?" tätig war. 1986 ging er als Reporter für die aktuelle Berichterstattung ins Bonner ZDF-Studio. 1987 wechselte er zum NDR nach Hamburg, wo er in der Intendanz zunächst als Referent und ab 1991 als Leiter und Sprecher arbeitete. 1995 wurde Herres Fernseh-Chefredakteur des NDR und Leiter des Programmbereichs Zeitgeschehen. Bis April 2004 war er verantwortlich für die Informationssendungen des NDR im Ersten Deutschen Fernsehen sowie für aktuelle und Informationsangebote im NDR Fernsehen. Seit Mai 2004 ist Volker Herres Programmdirektor Fernsehen des NDR.

Der promovierte Politologe Günter Struve, 67, verantwortet das Gemeinschaftsprogramm der ARD seit 1992. Sein Vertrag wurde mehrfach verlängert, da die Suche nach einem geeigneten Nachfolger schwierig war. 

Struve, oft auch "Mister ARD" genannt, war sowohl innerhalb der ARD wie auch bei der privaten Konkurrenz hoch respektiert, wurde aber auch häufig kritisiert: Fürsprecher betonen, er habe das Erste erfolgreich gegen die Konkurrenz der Privatsender auf Linie gebracht, Kritiker werfen ihm eine einseitige Ausrichtung des Programms auf Einschaltquoten und eine Verflachung des Programms vor.
Meist gelesen
stats