Herbe Niederlage für IQ Media: Ringier wechselt zu G+J Media Sales

Dienstag, 15. Dezember 2009
Ringier-Geschäftsführer Martin Paff gibt G+J Media Sales den Zuschlag
Ringier-Geschäftsführer Martin Paff gibt G+J Media Sales den Zuschlag

Ringier Deutschland („Cicero“, „Monopol“), gibt der Handelsblatt-Tochter IQ Media den Laufpass und lässt sich ab 1. Januar 2010 von Gruner + Jahr Media Sales vermarkten. Auf der Verliererseite steht auch die Vermarktungsorganisation Spiegel QC, die ebenfalls um das Ringier-Mandat gepitcht hatte. Mit dem Vermarkterwechsel leitet Geschäftsführer Martin Paff eine neue Ära für Ringier Deutschland ein. Bereits vergangene Woche hatte er eine spektakuläre Neuverpflichtung bekannt geben können: Mit dem ehemaligen Kulturstaatssekretär und „Zeit“-Herausgeber Michael Naumann übernimmt ein echter Hochkaräter am 1. Februar die Chefredaktion von „Cicero“. Vorgänger Wolfram Weimer tritt zum 1. Juni seinen Dienst bei Burdas „Focus“ an.

Mit dem Wechsel von IQ Media zu Gruner + Jahr will Paff neuen Schwung ins Anzeigengeschäft bringen. „Cicero“ gilt in der Branche viereinhalb Jahre nach der Gründung als feste Größe und erreicht mittlerweile eine verkaufte Auflage von 81.032 Exemplaren (IVW III/2009). Mit G+J Media Sales im Rücken will Paff die Anzeigenumsätze mittelfristig verdoppeln. Im laufenden Jahr bekamen „Cicero“ und „Monopol“ die allgemeine Werbeflaute zu spüren, konnten das Ergebnis insgesamt aber stabil halten.

G+J-Media-Sales-Geschäftsführer Guido Modenbach darf sich freuen
G+J-Media-Sales-Geschäftsführer Guido Modenbach darf sich freuen
Für IQ Media und deren neuen Chefin Marianne Dölz bedeutet der Verlust von Ringier Deutschland einen empfindlichen Imageverlust. Vor allem „Cicero“ galt als Vorzeigeobjekt im Mandantengeschäft. Nach Informationen von HORIZONT.NET plant IQ Media auch, die Vermarktung von ausländischen Titeln in Deutschland aufzugeben. Auch beim Pitch um die Vermarktung von FAZ.net sollen die Düsseldorfer schlechte Karten haben – als Favorit gilt hier die Vermarktungstochter von Gruner + Jahr. Angesichts dieser Entwicklung stellt sich die Frage, welche Bedeutung das Mandantengeschäft für IQ Media in Zukunft noch haben wird.

Für G+J Media Sales und deren Geschäftsführer Guido Modenbach ist der Gewinn von Ringier Deutschland dagegen ein wichtiger Schritt nach vorne. Im Online-Bereich ist G+J Electronic Media Sales bereits stark aufgestellt, mit „Cicero“ und „Monopol“ gewinnen die Hamburger nun den ersten wichtigen Kunden im Print-Geschäft. Der Druck freilich ist groß: Modenbach und seine Mannschaft müssen nun zeigen, dass sie Ringier Deutschland tatsächlich zu steigenden Umsätzen verhelfen können. js
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