Herbe Niederlage: Arte gibt IQ Media Marketing den Laufpass

Freitag, 26. Februar 2010
Marianne Dölz muss einen weiteren Mandantenverlust hinnehmen
Marianne Dölz muss einen weiteren Mandantenverlust hinnehmen

IQ Media Marketing laufen die Kunden weg. Erst vor wenigen Monaten hat das Medienunternehmen Ringier Deutschland ("Cicero", "Monopol") die Zusammenarbeit mit dem Vermarkter der Verlagsgruppe Handelsblatt beendet, nun folgt der TV-Sender Arte. "Trotz guter Umsatzentwicklungen in 2010, vor allem im TV, gingen die Vorstellungen beider Partner über die Vermarktung zuletzt auseinander", heißt es in einer knappen Pressemitteilung. Die Kooperation endet am 31. August. IQ wird sich am neuen Ausschreibungsprozess nicht beteiligen. Damit wird die Luft dünner für Marianne Dölz, die im Oktober als Sprecherin der Geschäftsführung bei IQ die Nachfolge von Harald Wahls angetreten hat. Die großen Titel im Portfolio gehören fast ausschließlich der Verlagsgruppe Handelsblatt und ihrem Eigner Dieter von Holtzbrinck. Mit Arte hat IQ den einzigen Kunden im Bereich TV verloren. Angesichts dieser Entwicklung stellt sich durchaus die Frage, welche Bedeutung das Mandantengeschäft für IQ in Zukunft noch haben wird.

Dölz gilt bei den Mitarbeitern als umstritten - sicherlich nicht zuletzt auch deshalb, weil sie angesichts der Umstrukturierungen rund 30 Stellen abbauen will. "IQ muss tagsüber die Türen verriegeln, sonst laufen dem Vermarkter die Leute weg", verriet jüngst ein Unternehmensbeobachter gegenüber HORIZONT (Ausgabe 6/2010).

Zuletzt hieß es, dass Dölz zumindest die Rückendeckung der Unternehmensführung hat. In einem sechsstündigen Präsentationsmarathon soll sie Verleger Dieter von Holtzbrinck und seinem Chefberater Michael Grabner ihr Konzept vorgestellt - und die beiden überzeugt haben. Angesichts der Kundenverluste bleibt jedoch abzuwarten, wie lange Dölz noch das volle Vertrauen der Verlagsspitze genießt. bn
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