Hauptversammlung: Beckenbauer springt Premiere bei

Donnerstag, 26. Februar 2009
Premiere-Boss Mark Williams wirbt für sein Sanierungskonzept
Premiere-Boss Mark Williams wirbt für sein Sanierungskonzept

Premiere holt sich prominente Schützenhilfe für sein Sanierungskonzept: Auf der heutigen außerordentlichen Hauptversammlungin München ist Fußballpapst Franz Beckenbauer dem defizitären Pay-TV-Sender zur Seite gesprungen. Die Aktionäre sollen heute über eine Kapitalerhöhung entscheiden, von der die Kreditzusagen der Banken abhängen und mit der das von CEO Mark Williams erarbeitete Restrukturierungsprogramm umgesetzt werden soll. "Die Vereine sind abhängig von dem Geld", so Beckenbauer in einem Einspieler auf der Hauptversammlung. Premiere zahlt jährlich rund 225 Millionen Euro an die DFL. "Die Kapitalerhöhung ist eine Überlebensfrage für Premiere. Das muss man bejahen", appelliert er emotional an die versammelten Aktionäre. Bei der Kapitalerhöhung geht es um eine Summe von rund 412 Millionen Euro.  Rupert Murdochs Newscorp, die derzeit 29 Prozent der Aktien hält, hat bereits zugesagt hat, alle Aktien zu zeichnen, die nicht von anderen Aktionären gekauft werden. Das Bankenkonsortium stellt dann weitere 525 Millionen Euro bereit.

Mark Williams, seit September 2008 CEO von Premiere, will das Geld vor allem nutzen, um neue Abonnenten zu gewinnen. "Wir wollen die monatlich zahlenden Laufzeitabos steigern" , sagte Williams. Ende 2008 kam der Sender auf rund 2,4 Millionen Abonnenten. Um den Sender in die Gewinnzone zu führen braucht er 3 bis 3,4 Millionen Abonnenten. Dazu will Williams im 3. Quartal die Marketingaktivitäten deutlich verstärken. Außerdem soll die Attraktivität des Programms steigen, die Benutzerfreundlichkeit verbessert werden, die Kundenzufriedenheit steigen und die Preisstruktur klarer werden. Dazu denkt Williams über "Buy-through"-Modelle nach, nach denen die Abonnenten ein breites Basispaket abonnieren, das um spezielle Programme - darunter möglicherweise auch die Bundesliga-Berichterstattung - ergänzt wird. Die Preise könnten nach Expertenschätzungen auf 35 bis 45 Euro monatlich steigen. Mit einem ähnlichen Modell war der Sender bereits 2001 angetreten - und hatte die Strategie wegen der hohen Preise aufgeben müssen. pap  
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