Hartz IV bringt Rundfunk-Finanzierung aus dem Gleichgewicht

Dienstag, 18. Juli 2006

Seit der Einführung von Hartz IV sind vor allem die Einnahmen der ostdeutschen Anstalten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gesunken. Dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) fehlten dadurch 2005 rund sieben Millionen Euro, dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) an die 12 Millionen Euro, berichtet die "Berliner Zeitung". Bei den großen westdeutschen Sendern SWR, NDR und BR seien die Einnahmen dagegen um 16 Millionen Euro gestiegen. Grund für die Entwicklung ist der hohe Anteil an Hartz IV-Empfängern in den neuen Bundesländern. Diese sind - im Gegensatz zu Erwerbstätigen - von den zwangsweise zu entrichtenden Rundfunkgebühren befreit. RBB-Intendantin Dagmar Reim fordert nun die starken westdeutschen Anstalten zu einem Ausgleich aus. MDR-Chef Udo Reiter will das Thema ebenfalls auf die Agenda beim Treffen der Intendanten am 11. September in Schwerin heben: "Wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht aus den Fugen geraten soll, muss es zu einem Ausgleich kommen"; fordert er in der "Berliner Zeitung".

Um die ostdeutschen Sender zu entlasten, wäre für den Bayerischen Rundfunk denkbar, künftig mehr zum ARD-Programm beizutragen. Das würde die kleineren Anstalten entlasten, weil die Produktionskosten wegfielen. pap

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