Hartmut Ostrowski investiert in Übersetzungsdienst

Dienstag, 29. Mai 2012
Hartmut Ostrowski: "Fühlte mich am Ende durchgearbeitet"
Hartmut Ostrowski: "Fühlte mich am Ende durchgearbeitet"


Der ehemalige Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski will nicht mehr als Angestellter arbeiten. Er verbringe seine Arbeitszeit damit, sein "bescheidenes Vermögen zu verwalten, fünf Aufsichts- und Beiratsmandate auszufüllen und als Unternehmener strategisch in junge Firmen zu investieren". Ostrowski, 54, war bis Ende 2011 Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann. "Am Ende fühlte ich mich durchgearbeitet und nicht mehr fit für den Konzernalltag", bekannte der ehemalige Top-Manager gegenüber dem "Handelsblatt". Ostrowskis Rückzug kam 2011 überraschend. Bereits damals gab es Spekulationen über gesundheitliche Probleme und einen drohenden Burn-out.

Ostroswkis erstes Investment als Privatmann fließt in den Übersetzungsdienst Toptranslation. "Das Geschäft hat mich überzeugt. Es hat hohes Potenzial, weil es die Megatrends Globalisierung, Digitalisierung und Dienstleistung verbindet", sagte Ostrowski. Er werde bis zu eine Million Euro aus seinem Privatvermögen in das Unternehmen investieren. Vermittelt hat das Geschäft laut Handelsblatt der Inkubator Hanse Ventures, an dem mit Bernd Kundrun und Rolf Schmidt-Holtz zwei frühere Bertelsmann-Vorstände beteiligt sind.

Toptranslation bietet im Internet Fachübersetzungen in 45 Sprachen für ausgewählte Branchen an. Das Unternehmen beschäftigt 41 feste Mitarbeiter und arbeitet mit 3000 Fachübersetzern zusammen. Bei Toptranslation will sich der ehemalige Bertelsmann-Chef nicht nur stiller Teilhaber sein, sondern sich "engagieren, meine Erfahrung in den Bereichen Dienstleistung und Medien einbringen". Das Unternehmen habe seiner Ansicht nach das Potenzial, "mittelfristig einen Jahresumsatz von etwa 100 Millionen Euro zu erreichen". dh
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