Handy-TV: Verlage stechen Mobilfunker aus

Mittwoch, 17. Oktober 2007
Darf mobiles Fernsehen in Deutschland aufbauen: Paulus Neef
Darf mobiles Fernsehen in Deutschland aufbauen: Paulus Neef

Nicht immer zählt die reine Größe: Die Gesamtkonferenz der Landesmedienanstalten hat Mobile 3.0, ein Gemeinschaftsunternehmen von Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD) und Neva Media, als Plattformbetreiber für Mobile-TV im DVB-H-Standard empfohlen. Damit hat das Joint Venture ein Konsortium der Mobilfunkriesen T-Mobile, Vodafone und O2 ausgestochen, das sich ebenfalls um die Frequenzen bemüht hatte.

An Neva Media von Pixelpark-Gründer Paulus Neef sind die Medienhäuser Hubert Burda Media und Holtzbrinck beteiligt, hinter MFD steht als Investor der südafrikanische Technologie- und Medienkonzern Naspers. Im Vorfeld der Entscheidung am Dienstag wurde teilweise mit harten Bandagen gekämpft. So hatten MFD und die Deutsche Fußball Liga beim Oberlandesgericht Düsseldorf Beschwerde gegen einen Beschluss des Bundeskartellamts eingelegt, wonach die Mobilfunkbetreiber unter Auflagen eine gemeinsame Plattform aufbauen dürfen. MFD und Neva Media haben stets betont, eine diskriminierungsfreie Plattform aufbauen zu wollen, die allen Telekommunikationsunternehmen und Programmanbietern offensteht. Das Unternehmen hat nun bis zum 9. November Zeit, einen Vorschlag für die Belegung der DVB-H-Frequenzen vorzulegen.

Den Zuschlag für den Aufbau des Sendenetzes hat die Telekom-Tochter T-Systems bekommen. Die Landesmedienanstalten gehen davon aus, dass der Betrieb von Mobile-TV pünktlich zur Fußball-Europameisterschaft 2008 starten kann. dh
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