Handelswerbe-Gipfel: Mediabudgets könnten sich 2010 in Richtung Zeitung und Radio verschieben

Mittwoch, 24. März 2010
Peter Würtenberger, CMO von Axel Springer
Peter Würtenberger, CMO von Axel Springer

Einige Medienvermarkter spüren bei den Anzeigenkunden aus der Handelsbranche eine erste Verunsicherung. "Die Unternehmen befürchten, dass sich die wahrscheinlich zunehmende Arbeitslosigkeit 2010 negativ auf den Konsum auswirkt." Dies sagte Andreas Fuhlisch, Sprecher der Geschäftsführung RMS Radio Marketing Service, beim "Handelswerbe-Gipfel 2010", den The Conference Group des Deutschen Fachverlags heute und morgen in Wiesbaden veranstaltet. Noch wirke sich diese Unsicherheit nicht auf die Werbebuchungen aus, betont er, sodass das Geschäft mit Handelswerbung auch zu Beginn dieses Jahres stabil sei. Allerdings lautet die Hypothese von Peter Würtenberger, CMO von Axel Springer, dass der Kampf zwischen den Handelsunternehmen zunehmen wird, wenn der Konsum abflacht und somit das Thema Preis in der Werbekommunikation noch stärker an Bedeutung gewinnt. Für die Mediastrategie könnte das wiederum bedeuten, dass die Werbungtreibenden ihre Budgets noch stärker in Richtung abverkaufsstarke Medien wie Tageszeitung und Radio verschieben.

Eine Prognose über mehrere Monate hinweg hält Florian Ruckert, Geschäftsleiter Marketing des RTL-Vermarkters IP Deutschland, für schwierig. Derzeit beobachtet er, dass Textildiscounter wie Kik und Bon Prix in die TV-Werbung vorstoßen. Er hofft, dass dies Einfluss auf die anderen Player im Markt haben wird und auch diese mehr in Fernsehspots investieren.

Den Handelsunternehmen wollen die Vermarkter verstärkt individuelle Pakete anbieten. Dabei will beispielsweise Ruckert von IP auch über den Tellerrand des eigenen Portfolios blicken und überlegen, welche anderen Kanäle dem Werbungtreibenden jenseits von den RTL-Angeboten bei der werblichen Kommunikation helfen könnten. Diese Strategie fährt auch der Radio-Spezialist Fuhlisch. "Ich kann mir beispielsweise gut eine Aktion zusammen mit der "Bild"-Zeitung vorstellen", sagt er in Richtung Würtenberger, der das Angebot prüfen will. Allerdings verlangen die Vermarkter mehr Bereitschaft von den Handelsunternehmen, crossmediale Kampagnen zu buchen. Ruckert: "Der Handel ist auf diesem Gebiet kein Vorreiter. Da wünsche ich mir noch mehr Kreativität." bn
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