Handelsblatt und Wall Street Journal Europe bauen Zusammenarbeit aus

Dienstag, 01. Juni 1999

Die beiden Medienkonzerne Dow Jones & Company Inc. und die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck bauen ihre langjährige Zusammenarbeit zu einer strategischen Allianz in der Finanz- und Wirtschaftspublizistik aus. Im Rahmen der Vereinbarung wurde eine Überkreuzbeteiligung vereinbart, bei der Dow Jones sich mit 22 Prozent an der zur Verlagsgruppe von Holtzbrinck gehörenden Zeitung "Handelsblatt" und die Verlagsgruppe Handelsblatt sich mit 49 Prozent am von Dow Jones verlegten "The Wall Street Journal Europe" beteiligt. Im Rahmen ihrer vertieften Partnerschaft öffnen die Zeitungen füreinander ihre redaktionellen Informationsnetze und erhalten so zeitgleichen Zugang zu den aktuellen Nachrichten und Artikeln des Partners. Darüber hinaus intensivieren sie die Zusammenarbeit zwischen den Redaktionen und Korrespondentennetzen sowie im Anzeigen- und Vertriebsmarketing. Die finanzielle Verflechtung soll die journalistische Unabhängigkeit und Identität der Blätter dabei allerdings in keiner Weise berühren. Für das "Handelsblatt" stellt die Kooperation einen weiteren Schritt zum Ausbau seiner internationalen Berichterstattung dar, für Dow Jones bedeutet sie einen besseren Zugang zum wichtigsten europäischen Markt. Geplant ist, die Auflage des "Wall Street Journal" in den nächsten fünf Jahren auf 140.000 Exemplare zu verdoppeln. Die Allianz der beiden Finanzgiganten sei aber keine Reaktion auf die deutsche "Financial Times", erklärt Dieter von Holtzbrinck, Vorsitzender der Holtzbrinck-Verlagsgeschäftsführung: "Die Öffnung aus dem engen deutschsprachigen Raum heraus ist für uns eine wichtige Frage. Vor diesem Hintergrund hat sich die Intensivierung der seit zehn Jahren bestehenden Zusammenarbeit ergeben."
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