Handelsblatt-Gruppe rechnet mit schwarzen Zahlen

Freitag, 31. Oktober 2003

Die Verlagsgruppe Handelsblatt hat ihre Ertragslage stabilisiert. Für dieses Jahr rechnet das Unternehmen trotz erneut rückläufigen Umsatzes operativ mit einem leichten Gewinn. Das sagte Geschäftsführungsvorsitzende Harald Müsse gegenüber dem Wirtschaftsdienst VWD. Auch für die nähere Zukunft zeigte er sich verhalten optimistisch. Im Kerngeschäft dürfte der Umsatzrückgang der vergangenen zwei Jahre gestoppt sein, für 2004 rechnet Müsse mit Erlösen auf Vorjahreshöhe bei steigendem Ergebnis. Ein weiterer Stellenabbau sei derzeit nicht vorgesehen. 2003 erwarte man erneut ein "leicht positives Ebidta", so Müsse. Der Umsatz werde zwar erneut auf rund 270 Millionen Euro schrumpfen, doch dürfte sich das Minus mit etwa zehn Prozent gegenüber 2002 in etwa halbiert haben.

In der ersten Jahreshälfte seien die Erlöse entgegen den Erwartungen noch einmal zurückgegangen, doch im zweiten Halbjahr sei das Geschäft dann stabil geblieben, erläuterte Müsse. "Wir gehen davon aus, dass jetzt der Boden erreicht ist", sagte er. Auch im Personalbereich habe der Abbauprozess der vergangenen drei Jahre, in dem die Zahl der Arbeitsplätze von knapp 1.700 auf rund 1.100 reduziert wurde, ein Ende. Der Businessplan für 2004 geht, so Müsse, nicht von weiteren Stellenstreichungen aus". Zuletzt hatte die Handelsblatt-Gruppe im Sommer noch einmal 80 Jobs abgebaut.

Zufrieden äußerte sich Müsse über "Handelsblatt" und "Wirtschaftswoche". Sie verzeichneten sehr stabile Auflagen und schrieben schwarze Zahlen. "Beide Objekte sind gesund bei entwicklungsfähigen Renditen". Erfreulich habe sich der vor zwei Jahren noch hoch defizitäre Internetbereich "Economy One" entwickelt. 2003 werde nach massivem Umbau nur noch ein "minimaler Verlust" erwartet. Ausbauen will die Verlagsgruppe das Geschäft mit kleineren neuen Produkten runds ums Kerngeschäft wie dem "WiWo"-Lifestyle-Ableger "Five to nine", das zunächst zwei Mal im Jahr erscheinen soll. Eine solche "Diversifikation" plane man auch mit dem "Handelsblatt" und den zur Gruppe gehörenden Fachzeitschriften. "Wir haben da noch einige Ideen", sagte Müsse. nr
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