"Handelsblatt": ARD und ZDF zahlen mehr für Bundesliga-Rechte

Montag, 23. April 2012
Die ARD muss für ihre "Sportschau" tiefer in die Tasche greifen
Die ARD muss für ihre "Sportschau" tiefer in die Tasche greifen

ARD und ZDF haben bei der jüngsten Vergabe der Bundesliga-Medienrechte offenbar tiefer in die Tasche gegriffen als in der Bieterrunde zuvor. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Verhandlungskreise meldet, zahlt die ARD fünf, das ZDF sogar zehn Prozent mehr für die Fußball-Bundesliga. Das Erste bezahlt für seine "Sportschau" demnach für die vier Spielzeiten ab der Saison 2013/2013 420 statt zuvor 400 Millionen Euro. Und das ZDF muss für sein "Aktuelles Sportstudio" künftig 92 statt 88 Millionen Euro berappen. Bislang wollten laut "Handelsblatt" beide Sender unter Verweis auf die Vertraulichkeit des Vertrages keine Stellungnahme abgeben. Eine neuerliche Diskussion um die Verwendung von Rundfunkgebühren scheint jedoch vorprogrammiert.

Denn dass ARD und ZDF in der neuen Rechteperiode drauflegen, ist sehr wahrscheinlich. Die gebührenfinanzierten Sender bezahlen buchstäblich den Preis dafür, dass sie bei der tatsächlichen Vergabe der Rechte zwar allein auf weiter Flur scheinen, durch Mietbieter wie Sat 1 und vor allem Online-Player wie Yahoo oder Axel Springer jedoch eine erhöhte Konkurrenzsituation geschaffen wurde. Dieser größere Wettbewerb wirkt sich letztendlich als Preistreiber aus - und spült der Deutschen Fußball Liga als Rechteinhaber wie gewünscht mehr Geld in die Kasse.

Dass die DFL statt wie derzeit 412 künftig 628 Millionen Euro pro Saison aus der nationalen Rechtevermarktung einnimmt, dazu hat auch Axel Springer sein Scherflein beigetragen. Das Medienunternehmen hat sich die Rechte an bezahlpflichtigen Online-Clips mit Zusammenfassungen der Bundesliga-Partien gesichert. Laut "Spiegel" hat Springer für dieses Paket rund 20 Millionen Euro ausgegeben. Mit dem Fußball-Inhalt könnte Springer-Chef Mathias Döpfner die Akzeptanz von Bezahlinhalten im Netz vorantreiben. Spekulationen des "Spiegel" zufolge könnte die Website der Tageszeitung "Welt" in naher Zukunft hinter einer Bezahlschranke verschwinden. ire
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