"Handeln, nicht heulen": Donaukurier-Verleger wettert gegen das Leistungsschutzrecht

Dienstag, 27. März 2012
Georg Schäff (Foto: Rössle/Donaukurier)
Georg Schäff (Foto: Rössle/Donaukurier)
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Leistungsschutzrecht Gegenwind


Gegenwind aus den eigenen Reihen: "Donaukurier"-Verleger Georg Schäff hat die Pläne zur Einführung eines Leistungsschutzrechts im Interview mit der eigenen Zeitung scharf kritisiert. Es könne nicht sein, dass für die Verlage "Naturschutzgebiete" erreichtet werden. Die Verleger müssten mit dem digitalen Wandel umgehen und "nicht heulen". "Ich halte wenig bis gar nichts davon, wenn mittels rechtlicher Zwänge im Grunde genommen nichts anderes geschehen soll, als dass der freie Wettbewerb ausgehebelt wird", kritisiert Schäff das geplante Leistungsschutzrecht. Es sei die Aufgabe jedes Bürgers und jedes Anbieters von Medien, sich auf den Wandel der Medienwelt einzustellen und sich zu überlegen: "Wie kann ich mein Angebot verbessern, sodass es die Menschen interessiert? Und wenn es die Menschen interessiert, dann würden sie im Idealfall bereit sein, dafür auch zu bezahlen. Da muss ich dann selbst entscheiden, ob ich etwas kostenlos zur Verfügung stelle, oder eben nicht."

Es könne nicht sein, "dass jetzt sozusagen Naturschutzgebiete errichtet werden, mittels derer die Verlage tun und lassen können, was sie wollen, ohne Rücksicht auf Verluste." An die Verleger appelliert Schäff, sich auf ihre unternehmerische und gesellschaftliche Verantwortung zu besinnen: "Wir müssen noch einmal zurück zu den Wurzeln. Die Wurzeln heißen im Grunde freie Wirtschaft und freier Wettbewerb, sinnvoll reguliert, nicht überreguliert. So reguliert, dass freier Wettbewerb stattfinden kann und nicht geregelt im Sinne einer Planwirtschaft."

Die geplanten Regelungen würden zeigen, "wie weit sich unsere Verwaltung und auch bestimmte Herren in den Medien von der Realität verabschiedet haben". Es sei nun mal so, dass der digitale Wandel rasant fortschreite. Nicht alles sei gut und richtig. "Aber es ist so, wie es ist. Und da muss man einfach damit umgehen und vernünftig handeln und nicht heulen." dh
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