Hamburger Traditionsblatt "Harburger Anzeigen und Nachrichten" gibt auf

Freitag, 31. Mai 2013
Das Hamburger Traditionsblatt wird Ende September eingestellt
Das Hamburger Traditionsblatt wird Ende September eingestellt

Der digitale Medienwandel fordert ein weiteres Opfer: Die traditionsreichen "Harburger Anzeigen und Nachrichten" aus Hamburg schließen offenbar Ende September 2013 ihre Pforten. Wie der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) berichtet, wurden die Mitarbeiter am Donnerstag über die Einstellung der Zeitung informiert. Begründet wurde die Einstellung laut DJV mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage des Blattes. Die Vertriebs- und Anzeigenerlöse waren seit Jahren rückläufig. In den vergangenen zehn Jahren hatte die Lokalzeitung mehr als ein Drittel ihrer Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage lag zuletzt noch bei 12.610 Exemplaren (IVW 1/2013). Von der Einstellung sind 32 fest angestellte Mitarbeiter und elf Pauschalisten betroffen.

Der DJV Hamburg forderte den Verlag auf, sich seiner sozialen Verantwortung zu stellen und den Verlust der Arbeitsplätze finanziell "gut abzufedern". Zu den Gesellschaftern der Lühmanndruck Harburger Zeitungsgesellschaft gehören unter anderem Axel Springer mit 24,8 Prozent sowie über die Hanseatische Verlags-Beteiligungs Aktiengesellschaft, die 38,5 an dem Zeitungsverlag hält, weitere große Medienhäuser wie Madsack oder die DDVG.

Die "Harburger Anzeigen und Nachrichten" erscheinen bereits seit 1844 und sind damit die älteste Hamburger Tageszeitung. Überregional bekannt wurde die Zeitung durch Interviews mit politischen Größen aus dem Wahlkreis Harburg wie Herbert Wehner, Volker Rühe oder Hans-Ulrich Klose. dh
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