Hamburger Mediendialog: "Spiegel"-Chef setzt auf Bewegtbild im Internet

Dienstag, 03. Juni 2008
Spiegel-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron
Spiegel-Chefredakteur Mathias Müller von Blumencron

Mit den Herausforderungen des Internets für Verlage und TV-Sender beschäftigten sich mehr als 600 Medienvertreter auf dem Internationalen Mediendialog Hamburg. Der Tenor: Ohne Online geht es nicht. Die Werbungtreibenden seien jedoch gerade im Bewegtbild-Bereich noch zurückhaltend. Kai Diekmann, "Bild"-Chefredakteur und Gesamtherausgeber der "Bild"-Gruppe, setzt angesichts der sinkenden Auflagen von "Bild" aufs Internet. Diekmann kündigt an, vor allem die Reichweite von Bild.de ausbauen und so den Marktführer "Spiegel Online" überflügeln zu wollen. Weniger optimistisch zeigte sich der Geschäftsführer der Wochenzeitung "Die Zeit", Rainer Esser: "Die Onliner erzählen uns immer wieder, dass wir so gut wie tot sind. Tatsächlich sind wir quicklebendig und schaffen es recht gut, unsere Printprodukte mit unerwartetem Gewinn zu verkaufen,um unsere Online-Investitionen zu unterstützen."

Mathias Müller von Blumencron, "Spiegel"-Chefredakteur und früherer Chefredakteur von "Spiegel Online" sieht Bewegtbild-Inhalte als "eine Frage des Überlebens" von Online-Publikationen an. Ein Problem, vor allem in Deutschland, seien die unzureichenden Werbeeinnahmen bei Online-Videos. Videos, mit hoher journalistischer Qualität produziert, seien teuer. Die Werbewirtschaft nehme hier aber eine abwartende Haltung ein. np

Meist gelesen
stats