Hamburg.de erzielt siebenstelligen Gewinn

Montag, 07. Juli 2008
Die neue Hamburg.de-Homepage
Die neue Hamburg.de-Homepage

Gut ein Jahr nach dem 51-Prozent-Einstieg von Axel Springer beim offiziellen Stadtportal Hamburg.de schreibt das Gemeinschaftsunternehmen mit der Stadt (20 Prozent) und den drei Finanzinstituten HSH Nordbank, Hamburger Sparkasse und Sparkasse Harburg-Buxtehude nach eigenen Angaben schwarze Zahlen. Dem Vernehmen nach erzielt Hamburg.de in diesem Jahr einen niedrigen einstelligen Millionengewinn. In den vergangenen zehn Jahren hatte das Portal in städtischer Regie ein Defizit von über 15 Millionen Euro angehäuft. Der Hauptgrund für den Break-even: Strategie und Abläufe wurden geändert, die Redaktion eingespart. "Hamburg.de stellt jetzt die Inhalte anderer Quellen zusammen oder verlinkt sie, anstatt eigenen Content zu generieren", sagte Jens Müffelmann, Leiter Geschäftsbereich Elektronische Medien bei Axel Springer und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung von Hamburg.de, am Rande der Presse-Präsentation des Relaunchs zu HORIZONT.NET. Geschäftsführer des Portals mit gut 20 Mitarbeitern ist seit Juli 2007 Georg Konjovic. Inhalte-Kooperationspartner sind unter anderem die Springer-Portale Abendblatt.de und Bild.de sowie Mopo.de ("Hamburger Morgenpost"/ BV Deutsche Zeitungsholding) und der TV-Sender Hamburg 1. Einige Bereiche, etwa die so genannten E-Government-Inhalte, betreut redaktionell allein die Stadt.

Auch die nationale Vermarktung teilen sich Springer und die Holding des Finanzinvestors David Montgomery mit ihren Online-Vermarktern First Media (Welt Online, Abendblatt.de) und Online Media Sales Group (Berliner Verlag, Netzeitung.de). Regionale Werbung akquiriert Hamburg.de direkt, darunter bezahlte Stadtplan-Platzierungen im ansonsten kostenlosen Online-Branchenbuch. Auch E-Commerce-Erlöse sind vorgesehen.

Das relaunchte Stadtportal für Hamburger Bürger und Touristen wird am 1. August freigeschaltet. Zentraler Bestandteil ist die stärkere Verzahnung von redaktionellen Angeboten mit thematisch passenden Behördendiensten. Hinzu kommen ein Verkehrsinformationsportal, ein Channel zur Wirtschaftsförderung, ein Veranstaltungskalender sowie multimediale Inhalte, etwa redaktionelle Video-Formate, und interaktive Elemente. So können User eigene Bilder hochladen und Artikel kommentieren. Damit werde Hamburg.de zu einem der "modernsten und attraktivsten Internet-Stadtportale Europas", hoffen die Betreiber. Mobile Versionen des Portals sollen folgen. Im Mai kam Hamburg.de laut IVW auf knapp 2,3 Millionen Visits und knapp 17 Millionen Seitenaufrufe. Zur ihren Traffic- und Umsatzerwartungen wollen die Betreiber keine Auskunft geben.
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