Hamburg vergibt Außenwerbung ab 2009 an JC Decaux und Ströer

Dienstag, 23. Oktober 2007
Die Rechte für Hamburgs Aussenwerbeflächen sind vergeben
Die Rechte für Hamburgs Aussenwerbeflächen sind vergeben

Die Würfel des europaweiten Wettbewerbsverfahrens sind gefallen: Die Außenwerbungsanbieter JC Decaux und Ströer dürfen ab 2009 für die dann folgenden 15 Jahre die städtischen Werbeflächen in Hamburg vermarkten. Dies gab Finanzsenator Michael Freytag am heutigen Dienstag bekannt. Die neuen Verträge garantieren dem Hamburger Fiskus Einnahmen von 508 Millionen Euro; in den vergangenen 15 Jahren waren es insgesamt nur rund 30 Millionen Euro. Freytag erklärt diesen Erlössprung unter anderem mit der hohen Nachfrage nach den Werberechten: "Es ist eine neue Zeit, und die Agentur- und Medienstadt Hamburg ist ein Filetstück für Außenwerbung." Die Bürgerschaft muss der Entscheidung noch zustimmen.

Die Vermarktung der Citylight-Poster an knapp 2200 Fahrgastunterständen, deren Zahl während der Vertragslaufzeit auf 2500 steigen soll, sowie der 350 Stadtinformationsanlagen übernimmt JC Decaux. Die Rechte für die Vermarktung der künftig 140 beleuchteten Großflächen im Format 18/1 (Citylight-Boards) teilen sich JC Decaux und der ehemals städtische Vermarkter Hamburger Außenwerbung (HAW). Alle Klebeplakate auf städtischem Boden sollen restlos abgebaut werden. HAW gehört mittlerweile zur Deutsche Städte Medien (DSM), diese wiederum ist eine Tochter des Branchenriesen Ströer. In einem dritten Vertrag hat der Hamburger Senat die Werberechte für alle übrigen städtischen Werbeflächen an Ströer DSM vergeben. Dies betrifft besonders die bisher rund 1700 Litfaßsäulen und weitere 300 Klebeflächen. Letztere sowie 500 Litfaßsäulen sollen abgebaut werden, von den verbleibenden 1200 Säulen sollen künftig 900 hinterleuchtet sein.

Um die prestigeträchtigen Hamburger Werberechte hatten sich neben JC Decaux und Ströer, die sich bereits in den vergangenen 15 Jahren die Vermarktung geteilt haben, auch Wall sowie weitere Anbieter beworben. Schätzungen zufolge summieren sich die erzielbaren Werbeumsätze in der Vermarktungsperiode auf 600 bis 800 Millionen Euro. Gegenrechnen müssen die beiden Pitch-Gewinner nicht nur die Garantiezahlungen an den Hamburger Fiskus, sondern auch hohe zweistellige Millionenbeträge für Investitionen in neue, aufwändige Stadtmöblierung und deren Pflege. rp
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