Halbjahresbilanz: Napster beschert Bertelsmann einen Dämpfer

Dienstag, 04. September 2007
Bestätigt positive Prognose: Finanzvorstand Thomas Rabe
Bestätigt positive Prognose: Finanzvorstand Thomas Rabe

Der Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann konnte im 1. Halbjahr seinen Umsatz um 1,3 Prozent auf 9 Milliarden Euro steigern. Der teure Rechtsstreit um die Internet-Tauschbörse Napster brachte dem Unternehmen jedoch einen deutlichen Gewinnrückgang. Er fiel von 354 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 51 Millionen. Das Operating Ebit wuchs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,9 Prozent auf 714 Millionen Euro. Bereinigt um Portfolioeffekte kletterte das Operating Ebit um 8,2 Prozent. Trotz des kostspieligen Napster-Engagements zeigt sich Finanzvorstand Thomas Rabe optimistisch: "Wir sehen uns auf dem richtigen Weg und können die positive Prognose für das Gesamtjahr bestätigen." Auch beim Umsatz und beim operativem Ertrag wolle der Konzern im Vergleich zum Vorjahr zulegen. "Die wirtschaftlichen Finanzschulden haben wir wie geplant auf rund 6,59 Milliarden Euro zurückgeführt. Ende 2007 werden wir uns unseren internen Finanzierungszielen wieder weitgehend angenähert haben", so Rabe weiter.

Das Umsatzwachstum resultiert laut Bertelsmann vor allem aus den gestiegenen Werbeeinnahmen und dem florierendem TV-Produktionsgeschäft der RTL Group. Auch Gruner + Jahr meldet ein leichtes Plus. Der Medien- und Kommunikationsdienstleister Arvato blieb auf hohem Ertragsniveau stabil. Im Unternehmensbereich BMG konnte die deutliche Ergebnissteigerung bei Sony BMG den Wegfall des Ergebnisbeitrags der verkauften Musikverlagsgruppe BMG Music Publishing nahezu vollständig ausgleichen. Dagegen blieb der operative Gewinn des Buchgeschäfts (Random House) sowie des Clubgeschäfts (Direct Group) unter dem Vorjahresniveau.

Dies soll sich nun mit der Neuordnung der Direct Group ändern, die der Konzern nach Spekulationen in der vergangenen Woche bestätigt. Mit der neuen Struktur sollen Club-, Buchhandels- und Internetaktivitäten ab sofort strategisch enger miteinander verzahnt werden. Den Chefsessel der Konzernsparte übernimmt wie erwartet der Buchclub-Manager Fernando Carro, 43. Er löst Ewald Walgenbach voraussichtlich Ende des Jahres ab, wenn der 48-Jährige zur Private-Equity-Firma BC Partners, London, wechselt. bn

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