Hainer, Kassaei/Kröger und di Lorenzo sind die Männer des Jahres 2005

Mittwoch, 14. Dezember 2005
Erhalten den HORIZONT Award: H. Hainer, A. Kassaei und T. Kröger sowie G. di Lorenzo
Erhalten den HORIZONT Award: H. Hainer, A. Kassaei und T. Kröger sowie G. di Lorenzo

Herbert Hainer, Amir Kassaei und Tonio Kröger sowie Giovanni di Lorenzo sind die diesjährigen Preisträger des HORIZONT Award. Der Vorstandsvorsitzende von Adidas, der CCO und der CEO von DDB sowie der Chefredakteur der "Zeit" nehmen die Auszeichnung am 19. Januar im Schauspiel Frankfurt entgegen. Adidas-Chef Hainer hat nach Überzeugung der Jury "in der jüngsten Vergangenheit Zeichen gesetzt und zählt zu den kreativsten Werbungtreibenden". Nicht zuletzt mit dem Kauf des Konkurrenten Reebok stelle der 51-Jährige die Signale auch im Vertrieb auf Wachstum. "Speziell im US-amerikanischen Markt ist es Hainer mit diesem Coup gelungen, dem Marktführer Nike deutlich näher zu rücken", lobt die Jury. Für Hainer ist die Ehrung ein Hinweis darauf, dass nach Jahren der kontinuierlichen Arbeit die Effekte jetzt öffentlich werden. Ähnlich bescheiden reagiert der Drei-Streifen-Chef auf das Lob für seine Person: "Am liebsten wäre mir ein Preis gewesen, der die gesamte Adidas-Mannschaft auszeichnet." Ein wenig Genugtuung kann der Teamplayer dann doch nicht verhehlen: "Ich freue mich über den HORIZONT Award ganz besonders, weil man unserem Hauptwettbewerber mehr Coolness, Frische und Aggressivität zugebilligt hatte und wir als zwar funktionale, aber sehr brave Marke gesehen wurden - diesen Eindruck haben wir gründlich beseitigt."

Ebenfalls hinweggefegt hat das Duo Kassaei/Kröger den Eindruck, DDB sei dem Abgrund näher als dem Aufschwung. "Innerhalb von zwei Jahren ist es ihnen gelungen, die aus der Spur geratene Agentur auf Kurs zu bringen", lobt die Jury. Die Arbeit des Ausnahmekreativen Kassaei habe dazu beigetragen, DDB zur zweitkreativsten Agentur 2005 zu machen. CEO Kröger verrät das Erfolgsrezept seines kreativen Mitspielers: "Er erzeugt in der Agentur ein Klima, in dem es Spaß macht zu arbeiten." Für den Turnaround fast wichtiger: "Ihn zeichnet aus, was nur wenigen Kreativen gegeben ist: Er kann auf Augenhöhe mit den Kunden reden." Umgekehrt lobt Kassaei Kröger: "Er ist der Kopf der Agentur und strahlt immer Ruhe und Souveränität aus. Schwächen kenne ich eigentlich keine - außer, dass er nicht so gut Fußball spielt wie ich."

An Preisträger di Lorenzo macht die Jury fest, "dass journalistische Qualität mit ökonomischem Erfolg nicht nur einhergehen kann - sondern eine wichtige Bedingung dafür ist". Die einleuchtende Erklärung des "Zeit"-Chefredakteurs: "Kein Verlag kann reüssieren ohne Medien, die ihr journalistisches Versprechen auch einlösen." Mit Nebengeschäften wie Kino-Previews und Kochwettbewerben hat sich der erklärte Printmann, der wie kaum ein anderer für Qualitätsjournalismus steht, arrangiert: "Man kommt an der ökonomischen Realität nicht vorbei." Entscheidend sei dabei jedoch, "dass wir alles unterlassen müssen, was die Marke ,Zeit' in Gestalt der Wochenzeitung beschädigt". Für den "Zeit"-Chefredakteur ist das kein Problem, schließlich gelte im Hamburger Verlagshaus der eherne Grundsatz: "Die Redaktion beobachtet jede Aktivität äußerst wach und kritisch." fr

Meist gelesen
stats