HR und MDR wollen nicht mehr in ARD-Finanzausgleich einzahlen

Montag, 05. November 2012
Beim Geld hört auch in der ARD die Freundschaft auf
Beim Geld hört auch in der ARD die Freundschaft auf

Mehrere ARD-Rundfunkanstalten wollen offenbar den Finanzausgleich innerhalb des Senderverbundes neu regeln. Der Hessische Rundfunk (HR) und der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) wollen wegen eigener Finanzprobleme von der Geber- auf die Nehmerseite wechseln, berichtet der "Focus" in seiner aktuellen Ausgabe. Von dem Finanzausgleich profitieren die kleinen ARD-Anstalten Radio Bremen und der Saarländische Rundfunk. Der Sender in der Hansestadt bekam 2011 rund 26,5 Millionen Euro aus dem gemeinsamen Topf, der SR knapp 29,5 Millionen Euro. Zu den Geber-Anstalten gehören neben dem HR und dem MDR der Bayerische Rundfunk, der Norddeutsche Rundfunk, der Südwestrundfunk und der Westdeutsche Rundfunk. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg bezahlt nichts in den gemeinsamen Topf ein, bekommt seit 2007 aber auch keine Mittel aus dem Finanzausgleich mehr. Pro Jahr fließt 1 Prozent des Netto-Gebührenaufkommens in den Finanzausgleich. 

Update: Der MDR hat die Darstellung des "Focus" am Montagnachmittag als "unbegründete Spekulation" und "untauglichen Versuch, durch Fehlinformationen das Solidarprinzip innerhalb der ARD auszuhöhlen" zurückgewiesen. Es gebe dazu im Sender weder offizielle Beschlüsse noch irgendwelche internen Papiere. Gespräche über die Thematik würden in der ARD erst im Laufe des Jahres 2013 geführt. dh
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