HORIZONT liest ... "Brand eins": Weil das große Ganze meist auf der Baustelle beginnt

Donnerstag, 13. Juni 2013
Die aktuelle "Brand eins"
Die aktuelle "Brand eins"

Es gibt Titelseiten, die möchte man sich gerne an die Wand hängen. Das aktuelle Cover von "Brand eins" (siehe links) gehört dazu. Und es gibt Texte, die möchte man gerne immer und immer wieder lesen, weil sie ein Thema endlich einmal auf den Punkt erzählen: Wie den Artikel "Selbstzünder" zum Beispiel, in dem "Brand eins"-Autor Wolf Lotter das Burnout-Syndrom unter die Lupe nimmt - als Geschäftmodell. Und in dem er das niederschreibt, was das Besondere an dem Hamburger Magazin ist: das Wissen darüber, dass Wirtschaft nicht nur in den Hochhäusern der Frankfurter Skyline stattfindet.

Inhalt

Starten wir mit einem kurzen Brainstorming. Der Begriff: Wirtschaftsmagazin. Umsatzanalysen, Anlagetipps, Steuervergleiche? Yuppies in Designeranzügen? Aktienkurse? Unternehmer im holzvertäfelten 40-Quadratmeter-Büro? Als im Jahr 1999 die erste Ausgabe von "Brand eins" erschien, hieß ihr Schwerpunkt "Restart - Die Lust am Neubeginn", und im Brainstorming mussten neue Wörter her.

Ein anderer Blick ins Silicon Valley: der auf die Schattenseiten
Ein anderer Blick ins Silicon Valley: der auf die Schattenseiten

Transparenz beispielsweise, Inspiration und Leidenschaft, Gesellschaftspolitik. Natürlich portraitiert das Team um Chefredakteurin Gabriele Fischer auch Unternehmen, die wirtschaftliche Erfolgsgeschichten geschrieben haben, und natürlich gibt es auch die Interviews mit den Managern des Landes - doch nur wenigen anderen Blättern gelingt der Spagat zwischen den notwendigen Daten und Formeln des Wirtschaftssystems und allgemeiner Verständlichkeit so gut wie "Brand eins".

Dabei erinnert sich das Magazin an einen Anspruch, der bei vielen anderen Titeln scheinbar ab und an in Vergessenheit gerät: "Brand eins will seinen Lesern nützlich sein", heißt es in der Philosophie der Blattmacher. "Nicht nur Tabellen und Checklisten - sondern durch Geschichten, die sie auf Ideen bringen, die ihnen Hintergründe und Entwicklungen erklären. Und die ihnen zeigen, was Menschen bewegt."

Das aktuelle Heft

Dass die in den Mediadaten niedergeschriebene Philosophie nicht nur dazu dient, die darauf folgenden Anzeigenpreise aufzuhübschen, zeigt ein Blick in die aktuelle Juni-Ausgabe. Unter dem thematischen Schwerpunkt, der in jedem Heft ein anderer und dieses Mal "Motivation" ist, schreibt Dorit Kowitz in "Die Seitenwechsler" etwa über Banker, die früher Matrosen waren. Oder Dachdecker. Ein Auszug: Böttiger hatte eines Tages auf seiner Baustelle wieder gefroren. Da beschloss er, seinen Beruf zu wechseln. Die Frage, die er sich stellt, war einfach: "Was kann ich tun, um der Kälte zu entgehen und trotzdem weiter etwas Aufregendes zu machen?"

Wo sind all die Klempner hin?, fragt sich Peter Lau
Wo sind all die Klempner hin?, fragt sich Peter Lau

Im Folgenden geht es um den Weg des Dachdeckers zum Wertpapierhändler bei der Direktbank DAB, um die Chancen von Quereinsteigern, Globalisierung und Selbstverwirklichung. Weil das große Ganze meist sowieso auf der Baustelle beginnt.

Weitere Lesetipps: Das Silicon-Valley-Paradox" von Steffan Heuer über den besonderen Spirit in Amerikas aktuell beliebtesten Medienreiseziel - und wieso sich die Angestellten dort mehr als Arbeitsroboter denn als digitale Freigeister fühlen; Die Nebenschüler" von Peter Lau über die schwierige Suche nach einem fähigen Klempner bei einem Überangebot von Akademikern; und - denn auch das gibt es in Brand eins" - das kuliniarische und reich bebilderte Tagebuch von Architekt Falk Kagelmacher über seinen Aufenthalt in der chinesischen Metropole Chongqing.

Über die Wirtschaft im Bilde
Über die Wirtschaft im Bilde

Auflage

Obwohl Brand eins" in viele Garküchen der Gesellschaft blickt und deshalb nicht nur für Wirtschaftsstudenten und Manager interessant ist, musste sie sich im 1. Quartal 2013 von der sechsstelligen Auflage verabschieden. 95.356 Exemplare wurden von Januar bis April verkauft, im Vorjahreszeitraum waren es noch 102.550 Stück. Im Einzelverkauf vermeldet die IVW für Brand eins" 31.219Stück (I/2013), ein Minus von rund 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Die Abozahlen liegen aktuell bei 26.777 Exemplaren, im Vergleich zu 27.279 im 1. Quartal 2012.

HORIZONT liest ...

Printkrise hin oder her, noch nie hat es an deutschen Kiosken eine so große Auswahl gegeben wie im Jahr 2013. Der Leser kann aus rund 6000 Zeitschriftentiteln wählen, dazu kommen die regionalen und überregionalen Tageszeitungen.

In dieser Online-Kolumne wühlt sich die HORIZONT-Redaktion wöchentlich durch die Vielfalt am Zeitschriften- und Zeitungsstand und stellt ihre Favoriten jeden Donnerstag vor.

Zielgruppe

Der gefühlte Anspruch, die Generation Y, die Millennials, zu erreichen, also junge Frauen und Männer, die gut ausgebildet sowie netz- und technologieaffin sind, Karriere und Familie wollen, die lieber in kleinen Teams als in hierarchischen Netzen arbeiten, wird in den Leserdaten auf der Website des Titels konkretisiert: Die Avantgarde der Entscheider" möchte der Hamburger Titel erreichen, Leser, die die Zukunft an der Spitze von Wirtschaft und Konsum gestalten. Und solche, die zumindest daran glauben, genau das schaffen zu können.

Facts

Brand eins" erscheint monatlich im Hamburger Brand eins Verlag. Eine 1/1-Anzeigenseite kostet laut Preisliste 14.900 Euro. Der Copypreis liegt bei 7,60 Euro. kl
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