HORIZONT-Umfrage: Stimmung im Werbemarkt hellt sich auf

Donnerstag, 20. Mai 2010
Andreas Formen
Andreas Formen

Nach dem Horrorjahr 2009 holen die Medien nun Luft. In Deutschland geht es aufwärts - zwar nur in ganz kleinen Schritten, aber der Weg führt erst mal wieder nach oben. Anfang der Woche hat das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln seine Konjunkturprognose für 2010 von 1,5 Prozent Wachstum auf nun 1,75 angehoben. Auch die Verbraucher sehen die deutsche Wirtschaft wieder auf Erholungskurs. Die GfK meldet in ihrer Konsumklimastudie für April eine merkliche Aufhellung der Stimmung. Für echte Euphorie unter den Vermarktern reicht das zwar noch nicht. Aber immerhin macht sich "verhaltener Optimismus" breit - eine Formulierung, derer sich in diesen Tagen viele Medienmanager bedienen. Andreas Formen, Verlagsgeschäftsführer FAZ Verlag, spricht von einem "Bronzestreif am Horizont".

Doch die kritischen Stimmen bleiben angesichts der Euro-Krise deutlich vernehmbar. "Kann man in Anbetracht des griechischen Beinahe-Bankrotts vom Ende der Krise sprechen?", fragt Hans-Joachim Strauch, Geschäftsführer des ZDF Werbefernsehens. bn/mh/pap/rp/se

Um ein genaueres Stimmungsbild zu skizzieren, hat HORIZONT.NET bei Vertretern der größten Gattungen nachgefragt. Lesen Sie auf den folgenden Seiten wie die Manager die Situation auf dem Werbemarkt aktuell einschätzen.

TV:
Thomas Wagner (Seven-One Media), Uwe Essen (ARD Werbung Sales & Services), Hans-Joachim Strauch (ZDF Werbefernsehen)

Print:
Andreas Formen (FAZ Verlag), Stefan Hilscher (M. DuMont Schauberg), Michael Fischer (BCN Media Sales), Guido Modenbach (G+J Media Sales), Marianne Dölz (IQ Media Marketing), Oliver Nothelfer (WAZ Mediengruppe)

Online:
Frank Bachér (Interactive Media), Christoph Schuh (Tomorrow Focus), Matthias Ehrlich (United Internet Media), Rasmus Giese (Ströer Interactive), Arne Wolter (G+J Electronic Media Sales)

Radio:
Esther Raff (AS&S Radio), Andreas Fuhlisch (RMS)

Außenwerbung:
Daniel Wall (Wall)

Unternehmen: Außerdem bezieht Joachim Schütz, Geschäftsführer OWM, stellvertretend für die Werbungtreibenden Stellung.


Fernsehen:

Thomas Wagner, Vorsitzender der Geschäftsführung SevenOne Media


Thomas Wagner
Thomas Wagner
Wie haben sich die Werbeeinnahmen in Ihrem Unternehmen im 1. Quartal 2010 entwickelt?

Wir konnten sowohl bei TV als auch Online unsere Werbeumsätze im Vergleich zum Vorjahresquartal verbessern.

Hat Ihr Unternehmen die Talsohle im Werbemarkt inzwischen durchschritten? Wenn nein, wann rechnen Sie mit der Trendwende?
Im ersten Quartal ist die Trendwende geschafft - ob das auch für das Gesamtjahr gilt, ist derzeit schwer vorherzusagen. Für eine endgültige Entwarnung müssen wir den Sommer abwarten.

Welche Prognose würden Sie für 2010 in Bezug auf den Werbemarkt und die Preisentwicklung wagen?
Der positive Trend der ersten fünf Monate lässt uns optimistischer in das Jahr blicken als noch zu Jahresbeginn. Inwieweit diese Entwicklung nachhaltig ist, lässt sich allerdings noch nicht absehen. Das hängt zum Beispiel auch davon ab, wie sich die Budgets im Verlauf der Fußball-WM entwickeln und ob wir erneut ein so starkes viertes Quartal erleben werden wie 2009. Die Szenarien für 2010 reichen von einer Stabilisierung des deutschen Netto-TV-Werbemarktes gegenüber 2009 bis zu einem leichten Wachstum der Netto-TV-Werbeinvestitionen.


Fernsehen:

Uwe Esser, Geschäftsleitung TV-Vermarktung ARD-Werbung Sales & Services


Uwe Esser
Uwe Esser
Wie ist das Werbejahr angelaufen?

Ein wenig machten dem Markt der Einbruch der Finanzmärkte auch zu Beginn dieses Jahres noch zu schaffen. Man sieht an der Griechenland-Krise wie massiv solche Szenarien auch auf die Werbemärkte durchschlagen können. Für die ersten vier Monaten dieses Jahres sind wir mit der Entwicklung aber recht zufrieden. Wir haben mit den Winterspielen in Vancouver einen starken Impact für das Super-Sportjahr 2010 gehabt und können trotz neuer Konkurrenz auf eine bärenstarke "ARD-Sportschau" zurückblicken. Zudem haben wir mit HDTV eine faszinierende technische Innovation auf die Straße gebracht, die bei den Zuschauern wie der Geräteindustrie auf breites Interesse stößt. Auch beim Thema FIFA-WM sind wir auf gutem Weg. Die Sponsor-Partnerships sind seit einiger Zeit alle vergeben. Ich bin sicher, dass bei diesem Thema auch im Hinblick für die klassischen Spots und die Sonderwerbeformen in den kommenden Wochen noch Bewegung in den Markt kommt.

Warum kann TV so kräftig zulegen und so schnell die Verluste aus 2009 ausgleichen?
Das vergangene Jahr war in der Marketingstrategie von großer Vorsicht bei den Kunden geprägt. Im Zweifel setzte man auf direkt abverkaufsfördende Maßnahmen und vernachlässigte dafür die Markenfokussierung. Das dreht sich mittlerweile wieder, das spüren wir zum Beispiel im Kfz-Bereich mit bemerkenswerten Zuwachsraten. Die emotionale Bilderwelt des Fernsehens erweist sich eben als unverzichtbar zur Markenprofilierung.

Trauen Sie sich eine Prognose für 2010 zu?
Ich glaube schon, dass TV und die AS&S eine gute Chance in diesem Jahr haben. Wie die Bilanz am Ende des Jahres ausfallen wird, hängt aber von so vielen branchenfremden Faktoren ab, die wir nicht beeinflussen können.

Welche Branchen engagieren sich derzeit besonders stark?
Auffallend stark buchen in den ersten vier Monaten bei uns Unternehmen aus den Bereichen Energieversorgung, Ernährung, Gesundheit, Haus- und Gartenausstattung sowie aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik.


Fernsehen:

Hans-Joachim Strauch, Geschäftsführer ZDF Werbefernsehen

Hans-Joachim Strauch
Hans-Joachim Strauch
Wie entwickelt sich das Geschäft seit Jahresbeginn?

Leicht über Vorjahr und das war beim ZDF Werbefernsehen im Vergleich zum Gesamtmarkt hervorragend.

Womit lässt sich die starke Performance von TV erklären?
Weil TV nach wie vor das Leitmedium ist, das auch noch im Gegensatz zu Online Abverkauf garantiert.

Kann man daraus Schlüsse für 2010 ziehen? Ist die Krise etwa vorbei? 
Kann man in Anbetracht des griechischen Beinahe-Bankrotts vom Ende der Krise sprechen?

Wie ist die Stimmung bei den Kunden? Werden wieder langfristigere Abschlüsse getätigt?
Die Stimmung ist verhalten positiv, was das Miteinander auf dem Markt einfacher und berechenbarer macht.

Ist die Rabattschlacht vorbei oder redet gerade nur keiner darüber?
Ich denke bei generischen Angeboten ist der Preis nach wie vor ausschlaggebend. Das ZDF macht aber nach wie vor keine rabattgetriebenen Angebote.


Print:

Andreas Formen, Verlagsgeschäftsführer FAZ Verlag


Wie haben sich die Werbeeinnahmen in Ihrem Unternehmen im 1. Quartal 2010 entwickelt?
Ich hatte in der HORIZONT-Umfrage im Januar zum Auftakt des Werbejahres prognostiziert, das sich der Markt für Printwerbung aus unserer Perspektive der führenden Qualitätszeitung im Verlauf des Jahres zunehmend leicht erholen dürfte. Bei dieser Einschätzung ist es geblieben. Allerdings entwickelte sich das FAZ-Anzeigengeschäft (Imagewerbung) in 2010 branchenkonform eher uneinheitlich: ein schlechter Januar mit einem Minus, der Februar mit Plus-Minus Null. Dem anschließenden Rückgang im März steht im abgeschlossenen April erstmals ein leichtes Plus gegenüber. Ermutigend ist, dass die Einbuchungen für den weiteren Jahresverlauf gegenüber den Vergleichsmonaten des Vorjahres nicht weiter einbrechen. Das allein rechtfertigt noch keinen jubelnden Optimismus, dass es in der Printwerbung jetzt wieder flott aufwärtsgeht, wie andere Medienvertreter in ihren Statements euphorisch annehmen. Man kann lediglich von einem "Bronzestreifen" am Horizont sprechen. Allerdings verfügt die "FAZ" als die führende Qualitätszeitung über einen Frühindikator, der durchaus zuversichtlich stimmt hinsichtlich einer bevorstehenden Belebung von Wirtschaft, Konjunktur und Werbung: Das Stellengeschäft liegt im April in der Größenordnung von 25 Prozent über dem Vergleichsmonat des Vorjahres! Traditionell gilt speziell der Stellenmarkt der "FAZ" als ein verlässliches Anzeichen für eine nachfolgende Trendwende in der allgemeinen Wirtschaftswerbung, wenngleich aufgrund des rauen Wirtschaftsklimas mit deutlich geringeren Zuwächsen.

Wie hoch ist derzeit der Druck auf die Preise?
Diesen hat es immer gegeben, daran hat sich in unserer Beobachtung des Marktes in den letzten Monaten nichts gravierend geändert. Nur soviel: Als Qualitätszeitung wird die "FAZ" ihr Anzeigengeschäft nicht ins Bodenlose rabattieren. Bei uns haben publizistisch-journalistische Spitzenleistungen und die damit verbundenen Umfelder halt ihren Preis. Und den sind Kunden wie Agenturen auch bereit zu zahlen, wenn wir sie von der Leistungsbreite und -tiefe unserer Medien immer wieder überzeugen. Unser Motto heißt hier ganz klar: Wer 1. Klasse fliegen will, der muss auch 1. Klasse zahlen. Letztlich machen für unsere Vermarktungsstrategie eindeutige Haltungen und unbeirrte Überzeugungen die sprichwörtlich klugen Köpfe aus.

Hat Ihr Unternehmen die Talsohle im Werbemarkt inzwischen durchschritten? Wenn nein, wann rechnen Sie mit der Trendwende?
Wie bereits ausgeführt: Für das Stellengeschäft der "FAZ" bin ich angesichts deutlicher Zuwächse im April sehr zuversichtlich, dass dieser Frühindikator für eine Belebung der Unternehmensaktivität mit personellen Neueinstellungen wieder in Richtung Wachstum weist. Die Entwicklung der Markenwerbung in allen Branchen beurteilen wir unverändert eher verhalten und nur mit leichtem Wachstum im Vergleich zum Vorjahr.

Welche Prognose würden Sie für 2010 in Bezug auf den Werbemarkt und die Preisentwicklung wagen?
Ich bleibe insgesamt bei meiner HORIZONT-Prognose vom Januar dieses Jahres: Ich rechne für 2010 insgesamt mit einer leichten Belebung des Anzeigengeschäftes, von dem Qualitätszeitungen stärker profitieren dürften als die Medien für breitere Zielgrupppen.

Wie wird sich möglicherweise die Eurokrise auf den Werbemarkt auswirken? Beobachten Sie erste Reaktionen bei  Werbungtreibenden? Wenn ja, welche?
Das lässt sich derzeit nicht sicher beurteilen. Jede Eurokrise - zumal die aktuelle mit dem Ausgangspunkt Griechenland - kann mit ihrem Lawineneffekt auf andere Länder auch sehr schnell negative Auswirkungen auf die wieder leicht belebte Konjunktur und Werbung haben. Aber von solchen gravierenden Störfaktoren ist derzeit noch nichts feststellbar, wie wir übereinstimmend auch von unseren Marktpartnern auf Unternehmens- und Agenturseite hören. Da gilt der legendäre Satz eines weltbekannten deutschen Fußballers: "Schaun wir mal."


Print:

Stefan Hilscher, Geschäftsführer M. DuMont Schauberg

Stefan Hilscher
Stefan Hilscher
Wie haben sich die Werbeeinnahmen in Ihrem Unternehmen im 1. Quartal 2010 entwickelt? Wie hoch ist derzeit der Druck auf die Preise?

Die Werbeeinnahmen bewegen sich im 1. Quartal auf Planniveau weiterhin leicht rückläufig: Ursache dafür ist eine unvermindert starke Zurückhaltung nationaler Kunden im Bereich Marken- und Dienstleistungen sowie der im Vergleich zum Vorjahr weniger ausgeprägte Preiskampf der Lebensmitteldiscounter. Die Preisentwicklung ist nach wie vor geprägt vom intermedialen Wettbewerb und den sehr hohen Rabatten zum Beispiel in der TV-Werbung. Unsere unverändert starken Tageszeitungs-Reichweiten sind jedoch die Basis für ein stabiles Preisniveau unserer Titel.

Hat Ihr Unternehmen die Talsohle im Werbemarkt inzwischen durchschritten? Wenn nein, wann rechnen Sie mit der Trendwende?
Da sich die Talsohlen in den unterschiedlichen Märkten verschieden entwickelt haben, sowohl in der Intensität als auch vom Zeitpunkt, verläuft die Trendwende fließend. Während im Stellenmarkt bereits erste positive Signale zu verzeichnen sind, kämpft die Immobilienbranche unverändert mit nur wenigen Neubauprojekten. Zudem bietet der Kapitalmarkt aktuell kaum attraktive Anlageoptionen und ist nach wie vor durch eine vorsichtige Kreditierungspolitik geprägt. Die Situation im Handel ist je nach Branche ebenfalls heterogen, so dass sich ein klarer positiver Trend noch nicht abzeichnet.

Welche Prognose würden Sie für 2010 in Bezug auf den Werbemarkt und die Preisentwicklung wagen?
Insbesondere im 2. Halbjahr erwarten wir eine Belebung des Werbemarktes mit einer wieder intensivierten Nutzung der Tageszeitung als starkem Abverkaufsmedium. Die Preisentwicklung sehen wir nicht zwingend verknüpft mit konjunkturellen Entwicklungen sondern eher strukturell beeinflusst, zum Beispiel durch konkurrierende Werbeträger, die mit enormen Rabatten die eigenen Preislisten unterwandern.

Wie wird sich möglicherweise die Eurokrise auf den Werbemarkt auswirken? Beobachten Sie erste Reaktionen bei Werbungtreibenden? Wenn ja, welche?
Die Auswirkung der Eurokrise auch den Werbemarkt wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Bislang sind keine Reaktionen aus der Eurokrise zu verzeichnen.


Print:

Michael Fischer, CFO und Director BCN Media Sales

Michael Fischer
Michael Fischer
Wie haben sich die Werbeeinnahmen in Ihrem Unternehmen im 1. Quartal 2010 entwickelt? Wie hoch ist derzeit der Druck auf die Preise?

In Summe zufriedenstellend, in etwa auf Vorjahresniveau. Der Preisdruck hat gegenüber dem Vorjahr kaum zugenommen, mit Ausnahme von einigen Pitches, bei denen das preisaggressivste Angebot entscheidet.

Welche Prognose würden Sie für 2010 in Bezug auf den Werbemarkt und die Preisentwicklung wagen?
Wir rechnen mit einem Abschluss etwa auf Vorjahreshöhe, brutto wie netto.

Wie wird sich möglicherweise die Eurokrise auf den Werbemarkt auswirken? Beobachten Sie erste Reaktionen bei Werbungtreibenden? Wenn ja, welche?
Die Eurokrise ist derzeit nur für unser (bei Burda sehr starkes) internationales Geschäft relevant. So fehlt uns deutlich Umsatz bei unseren griechischen Werbekunden. Für unsere Kunden in Deutschland, gerade in der Finanzbranche, kann die Krise eine Chance sein, durch verstärkte und gezielte Marken- und Produktkommunikation Vertrauen der Verbraucher zurückzuerobern.


Print:

Guido Modenbach, stellvertretender Geschäftsführer und Sales Director G+J Media Sales


Guido Modenbach
Guido Modenbach
Wie haben sich die Werbeeinnahmen in Ihrem Unternehmen im 1. Quartal 2010 entwickelt? Wie hoch ist derzeit der Druck auf die Preise?

Die Entwicklung der Anzeigenumsätze im ersten Quartal 2010 im Vergleich zum ersten Quartal 2009 liegen innerhalb unserer Erwartungen, sogar leicht darüber.

Welche Prognose würden Sie für 2010 in Bezug auf den Werbemarkt und die Preisentwicklung wagen? 
Wir blicken vorsichtig optimistisch in das Jahr 2010. Wir gehen davon aus, dass die Preise weiterhin stabil bleiben werden.

Wie wird sich möglicherweise die Eurokrise auf den Werbemarkt auswirken? Beobachten Sie erste Reaktionen bei Werbungtreibenden? Wenn ja, welche?
Das können wir noch nicht einschätzen. Derzeit haben wir aber noch keine negativen Reaktionen aus dem Markt erhalten.


Print:

Marianne Dölz, Sprecherin der Geschäftsführung IQ Media Marketing


Marianne Dölz
Marianne Dölz
Wie haben sich die Werbeeinnahmen in Ihrem Unternehmen im 1. Quartal 2010 entwickelt? Wie hoch ist derzeit der Druck auf die Preise?
 
Wir sehen bei den Umsätzen im Vergleich zum Vorjahr einen positiven Trend. Der Druck auf die Preise ist unverändert.

Hat Ihr Unternehmen die Talsohle im Werbemarkt inzwischen durchschritten? Wenn nein, wann rechnen Sie mit der Trendwende?
Es ist zur Zeit noch schwer zu beurteilen, ob wir die Talsohle unterschritten haben, das Gros des Jahres liegt noch vor uns - mit einigen Unwägbarkeiten insbesondere für die Wirtschaftspresse.

Welche Prognose würden Sie für 2010 in Bezug auf den Werbemarkt und die Preisentwicklung wagen? 
Bezogen auf den Gesamtwerbemarkt gehe ich von einem Bruttowachstum von 10 Prozent aus. Im Netto rechne ich eher mit einem einstelligen prozentualen Rückgang über den Gesamtmarkt.

Wie wird sich möglicherweise die Eurokrise auf den Werbemarkt auswirken? Beobachten Sie erste Reaktionen bei  Werbungtreibenden? Wenn ja, welche? 
Bisher beobachten wir noch keine Reaktionen unter den Werbungtreibenden. Die Eurokrise wird sich in Bezug auf einzelne Branchen vermutlich jedoch deutlich unterschiedlich auswirken (Stichwort Export). Um ein Urteil für den gesamten Werbemarkt abzugeben, ist die Frage nach der Käuferpsychologie auch entscheidend. Nachdem es zuletzt von der GfK positive Meldungen gab, ist abzuwarten, wie die weitere Entwicklung sein wird. Fazit: Es sind aber noch zu viele Fragen offen, um eine fundierte Einschätzung zu geben.


Print:

Oliver Nothelfer, MedienSales-Direktor der WAZ Mediengruppe

Oliver Nothelfer
Oliver Nothelfer
Wie haben sich die Werbeeinnahmen in Ihrem Unternehmen im 1. Quartal 2010 entwickelt?

Für die NRW-Tageszeitungstitel der WAZ Mediengruppe spüren wir seit dem vergangenen Quartal vorsichtigen Optimismus am Werbemarkt. Aus der Talsohle geht es langsam aufwärts. Es ist aus unserer Sicht jedoch zu früh, von einer nachhaltigen Trendwende zu sprechen. Die weltweite Wirtschaftskrise hat zu einem sehr vorsichtigen und kurzfristigen Buchungsverhalten geführt. Zielgruppengerechte, regionalisierte Produkte wie unsere wöchentliche Themenbeilage "Mein Dienstag" haben sich jedoch gut etabliert und entwickeln sich kontinuierlich positiv.


Online:

Frank Bachér, Geschäftsführer Marketing & Sales, Interactive Media


Frank Bachér
Frank Bachér
Wie haben sich die Werbeeinnahmen in Ihrem Unternehmen im 1. Quartal 2010 entwickelt? Wie hoch ist derzeit der Druck auf die Preise?

Da Interactive Media es trotz der wirtschaftlichen schwierigen Situation im Gesamtwerbemarkt und einem verlangsamten Wachstum im Online-Werbemarkt gelungen ist, stärker zu wachsen als der Markt, rechnen wir auch in diesem Jahr mit einer weiterhin positiven Geschäftsentwicklung. Die ersten Monate deuten darauf hin, dass wir erneut deutlich Marktanteile gewinnen und auch in 2010 wieder zweistellig gegenüber 2009 wachsen werden. In punkto Preise sind diese auch 2010 im Online-Werbemarkt unter Druck. Doch wir haben vor allem die Erfahrung gemacht, dass sich die Kombination aus hoher Reichweite und starken Qualitätssites weiter auszahlt: Gerade in Zeiten knapper Budgets sind Werbungtreibende bereit, für Platzierungen in hochwertigen Umfeldern einen angemessenen Preis zu zahlen, weil sie sich der Qualität der Platzierung und der Effizienz solcher Maßnahmen bewusst sind.

Hat Ihr Unternehmen die Talsohle im Werbemarkt inzwischen durchschritten? Wenn nein, wann rechnen  Sie mit der Trendwende?
Wie bereits gesagt: der Start ins Jahr 2010 war für die Interactive Media sehr erfolgreich. Wir knüpfen damit nahtlos an das Jahr 2009 an, in dem Interactive Media im Vorjahresvergleich zweistellig gewachsen ist sowie Marktanteile gewonnen hat und seine Position als führender Qualitätsvermarkter für digitale Werbemedien weiter festigen konnte. So sind wir 2010 beispielsweise mit der Vermarktung von neuen Angeboten wie Bunte.de und Cosmopolitan.de gestartet. Damit erhöhen wir die Relevanz unseres Portfolios und bieten Werbetreibenden markenstarke Websites in der attraktiven Frauen-Zielgruppe. Auch das von Interactive Media vermarktete Portal T-online.de ist bei den Web-Angeboten weiterhin unangefochtener Spitzenreiter und konnte seine Reichweite als das mit Abstand meistbesuchte Portal Deutschlands weiter ausbauen. In Summe konnten wir als Interactive Media im aktuellen Agof-Ranking unsere Spitzenposition somit weiter festigen und darüber hinaus die mit Abstand größte Reichweite, die jemals ein Vermarkter seit Veröffentlichung der Internet Facts erreicht hat, erzielen. Mit der Weiterentwicklung unseres Online-Portfolios - speziell im Hinblick auf Sites für Sportfans und die weibliche Zielgruppe - sowie mit dem Ausbau der Angebote in den Wachstumsbereichen Bewegtbildvermarktung und Mobile Advertising, der Optimierung unserer Targeting-Tools und Produkte im Bereich Performance Marketing hat Interactive Media die Weichen für ein erfolgreiches Jahr 2010 gestellt.

Welche Prognose würden Sie für 2010 in Bezug auf den Werbemarkt und die Preisentwicklung wagen?
Wir gehen für den gesamten Online-Werbemarkt von einem zweistelligen Bruttowachstum 2010 aus. Der Online-Vermarkterkreis (OVK) rechnet im laufenden Jahr mit einem Anstieg der Bruttowerbeinvestitionen um 14 Prozent, d.h. einer um zwei Prozent höheren Wachstumsrate als 2009. Die Preisentwicklung bleibt indes vorrangig bei weniger spezifischen Platzierungen und Standard-Formaten stärker unter Druck. Auf der anderen Seite ziehen die Preise für ausgesuchte, besonders werbewirksame Formate, wie etwa Video Ad-Formate, leicht nach oben an.

Wie wird sich möglicherweise die Eurokrise auf den Werbemarkt auswirken? Beobachten Sie erste Reaktionen bei Werbungtreibenden? Wenn ja, welche?
Trotz Finanzkrise oder möglichen Auswirkungen der viel zitierten Eurokrise, ist Online-Werbung nach wie vor ein Wachstumsmarkt mit Potenzial. Für die künftige Entwicklung sind wir daher zuversichtlich - auch weil damit zu rechnen ist, dass die Werbungtreibenden nach einer unter Umständen kurzfristigen deutlicheren Kürzung der Werbebudgets weiterhin verstärkt in gut messbare und effiziente Medien investieren werden. Hierin sehen wir eine weitere Chance für die Online-Werbung.


Online:

Christoph Schuh, Vorstand Tomorrow Focus


Christoph Schuh
Christoph Schuh
Wie haben sich die Werbeeinnahmen in Ihrem Unternehmen im 1. Quartal 2010 entwickelt? Wie hoch ist derzeit der Druck auf die Preise?
im 1. Quartal sind unsere Werbeeinnahmen Portalsegment um 55,1 Prozent gestiegen. Diese Zahlen beinhalten den Sondereffekt, dass wir den Werbemarktplatz AdJug im letzten Jahr noch nicht im Umsatz ausgewiesen haben. Unsere Werbeumsätze bei Tomorrow Focus Sales sind um 17 Prozent gewachsen, AdJug wuchs um deutlich mehr als 50 Prozent. Wir spüren einerseits einen gewissen Vermarkter-Konsolidierungseffekt, von dem wir als großer Displayvermarkter in den Segmenten Brand mit TF Sales und Brand-Perfomance mit AdJug deutlich profitieren. Wir bemerken nach wie vor einen gewissen Preisdruck, konnten unsere Nettopreise in 2010 allerdings in etwa konstant halten.

Hat Ihr Unternehmen die Talsohle im Werbemarkt inzwischen durchschritten?
Wir sind natürlich abhängig von der weiteren finanzwirtschaftlichen Entwicklung: Bei stabilem Verlauf in 2010 werden wir definitiv die Talsohle hinter uns gelassen haben, wie anhand der eindrucksvollen Wachstumszahlen im 1. Quartal von 55 Prozent im Portalsegment erkennen können.

Welche Prognose würden Sie für 2010 in Bezug auf den Werbemarkt und die Preisentwicklung wagen?
Wir erwarten für den Displaymarkt ein Nettowachstum von circa 10 Prozent. Brand-Performance wird allerdings deutlich stärker wachsen als Brand.

Beobachten Sie bei den Werbungtreibenden erste Reaktionen auf die Eurokrise?
Die Werbungtreibenden reagieren noch kurzfristiger auf das aktuelle finanzwirtschaftliche Umfeld. Das kommt unserem schnellen Medium Internet zugute.


Online:

Matthias Ehrlich, Vorstand United Internet Media


Matthias Ehrlich
Matthias Ehrlich
Wie haben sich die Werbeeinnahmen in Ihrem Unternehmen im 1. Quartal 2010 entwickelt? Wie hoch ist derzeit der Druck auf die Preise?
Die Umsatzentwicklung im ersten Quartal dieses Jahres verlief bei uns äußerst positiv, hier haben wir sicher auch von einem Nachholbedarf aus der Investitionszurückhaltung im letzten Jahr profitiert. Bei den Preisen zeigt sich eine von den unteren Segmenten ausgehende Stabilisierung, die mit dazu beiträgt, dass auf Premium-Formaten und Platzierungen mit sehr hoher Nachfrage (zum Beispiel Homepage Events, Logout MaxiADs, Bewegtbild) die Preise aufgrund der steigenden Nachfrage vor allem klassisch Werbetreibender aktuell sogar anziehen.

Hat Ihr Unternehmen die Talsohle im Werbemarkt inzwischen durchschritten? Wenn nein, wann rechnen Sie mit der Trendwende?
Wir können mit der derzeitigen Entwicklung sehr zufrieden sein - bei uns stehen alle Zeichen auf Wachstum. Allerdings bringen im Moment wie üblich das Buchungsverhalten rund um die Fußball-WM und die wirtschaftliche Gesamtsituation eine gewisse Unsicherheit in den Markt.

Welche Prognose würden Sie für 2010 in Bezug auf den Werbemarkt und die Preisentwicklung wagen?
Beim Online-Werbemarkt sehe ich aktuell ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich, getrieben durch den Trend der strukturellen Budgetverschiebungen von den klassischen Medien nach Online. Die Preisentwicklung muss unverändert differenziert betrachtet werden: Es bildet sich ein Premium-Segment, in dem Aufgrund steigender Nachfrage insbesondere bei Großformaten, Premium-Targeting und Premium-Umfeldern, Bewegtbildwerbung mit Targeting und generell auf umfeldsicherer, homogener Reichweite, anhaltend hohe und je nach Nachfragelage durchaus auch steigende Preise erzielt werden können. Qualitativ minderwertiger Bulk-Network-Traffic wird weiter fallen müssen, um mangelnde Leistungsfähigkeit über preisliche Vorteile einigermaßen aufzufangen.

Wie wird sich möglicherweise die Eurokrise auf den Werbemarkt auswirken? Beobachten Sie erste Reaktionen bei Werbungtreibenden?
Aufgrund der Investitionszurückhaltung im vergangenen Jahr sehe ich aktuell noch keine Effekte. Das ist aber sicher ein Thema, das es genau zu beobachten gilt.


Online:

Rasmus Giese, Geschäftsführer Ströer Interactive

Rasmus Giese
Rasmus Giese
Wie haben sich die Werbeeinnahmen in Ihrem Unternehmen im 1. Quartal

2010 entwickelt? Wie hoch ist derzeit der Druck auf die Preise?
2010 scheint im Gegensatz zu 2009 für die Gattung Online wieder ein Wachstumsjahr zu werden. Unsere Umsätze liegen deutlich über den Vorjahreswerten. Die Preise standen in den letzten zwei Jahren erheblich unter Druck. Aktuell steigen die Preise sogar wieder. Das hat allerdings nicht zuletzt auch mit aufmerksamkeitsstärkeren Werbeformaten zu tun.

Hat Ihr Unternehmen die Talsohle im Werbemarkt inzwischen durchschritten? Wenn nein, wann rechnen Sie mit der Trendwende?
Von einer Talsohle können wir nicht sprechen. Denn wir hatten zum Glück kein Tal zu durchschreiten. Nach Jahren erheblichen Wachstums, konnten wir selbst in 2009 leichte Umsatzsteigerungen verzeichnen. Nach den ersten vier Monaten sieht es so aus, dass wir in 2010 eventuell sogar wieder mit alten Wachstumsraten rechnen können.

Welche Prognose würden Sie für 2010 in Bezug auf den Werbemarkt und die
Preisentwicklung wagen?
Laut aktuellen Marktzahlen scheint sich 2010 der Werbemarkt für alle Medien zu stabilisieren oder sogar zu verbessern. Vermutlich wird Online im Vergleich zu den anderen Medien auch in diesem Jahr die höchsten Wachstumszahlen verzeichnen. Eventuell sogar steigende TKPs.

Wie wird sich möglicherweise die Eurokrise auf den Werbemarkt auswirken? Beobachten Sie erste Reaktionen bei Werbungtreibenden? Wenn ja, welche?
Die Fallschirme der Regierung scheinen die Märkte beruhigt zu haben. Daher erwarten wir auch keine kurzfristigen Reaktionen bei Werbetreibenden.


Online:

Arne Wolter, Geschäftsführer G+J Electronic Media Sales


Arne Wolter
Arne Wolter
Wie haben sich die Werbeeinnahmen in Ihrem Unternehmen im 1. Quartal 2010 entwickelt?

Wir sind bei G+J EMS mit den Werbeeinnahmen des ersten Quartals 2010 sehr zufrieden, so konnten wir den Umsatz  im Vergleich zum Vorquartal deutlich im zweistelligen Prozentbereich steigern. Insgesamt beobachten wir eine gewisse Entspannung im Werbemarkt, vor allem bei innovativen Online-Sonderwerbeformen und Mobile Advertising ist eine kontinuierlich steigende Nachfrage zu verzeichnen - wobei die Werbetreibenden nach wie vor unter starkem Kostendruck stehen und ihre Budgets daher möglichst effizient einsetzen wollen. Als Qualitätsvermarkter mit entsprechend hochwertigen Umfeldern - in Kombination mit kampagnenbegleitenden Werbewirkungsstudien - fällt es uns allerdings leichter als rein Reichweiten-orientierten Vermarktern, unser gehobenes Preisniveau auch am Markt durchzusetzen. Wir merken also, dass Kunden in diesem Jahr wieder verstärkt auf Qualität achten und das freut uns sehr.


Radio:

Esther Raff, Geschäftsführerin AS&S Radio


Esther Raff
Esther Raff
Wie haben sich die Werbeeinnahmen in Ihrem Unternehmen im 1. Quartal 2010 entwickelt?

Die AS&S Radio hatte ein sehr gutes 1. Quartal. Diese Dynamik lässt seit April aber wieder etwas nach. Unsere Sorge gilt den Sommermonaten. Noch immer verunsichert der Mythos von den überworbenen WM-Wochen das Buchungsverhalten mancher Kunden. Dabei ist dieser Mythos durch alle Statistiken grandios widerlegt. Es gibt im Gegenteil keinen besseren Zeitraum, mit seiner Werbebotschaft Gehör zu finden, als während einer WM. Hier hält die AS&S Radio mit ihren beiden WM-Kombis attraktive und hocheffiziente Angebote bereit.

Gibt es schon eine Prognose für das Gesamtjahr?
Derart langfristige Prognosen sind von zu vielen Variablen abhängig, um, derzeit seriös getroffen werden zu können.


Radio:

Andreas Fuhlisch, Sprecher der RMS-Geschäftsführung


Andreas Fuhlisch
Andreas Fuhlisch
Wie haben sich die Werbeeinnahmen in Ihrem Unternehmen im 1. Quartal 2010
entwickelt?
Der Jahresstart 2010 war verhalten und lag unter dem - sehr starken - ersten Quartal im Vorjahr.

Hat Ihr Unternehmen die Talsohle im Werbemarkt inzwischen durchschritten? Wenn nein, wann rechnen Sie mit der Trendwende?
Seit März verzeichnen wir eine spürbare Geschäftsbelebung und eine positive Stimmung im Markt, die in der Regel eine Trendwende kennzeichnet.

Welche Prognose würden Sie für 2010 in Bezug auf den Werbemarkt und diePreisentwicklung wagen?
Die extreme Kurzfristigkeit in der Audiovermarktung erschwert langfristige Prognosen. Dennoch gehen wir für RMS zum jetzigen Zeitpunkt von einer stabilen Geschäftsentwicklung für 2010 aus.


Außenwerbung:

Daniel Wall, Vorstandsvorsitzender von Wall

Daniel Wall
Daniel Wall
Wie haben sich die Werbeeinnahmen in Ihrem Unternehmen im 1. Quartal 2010 entwickelt? Wie hoch ist derzeit der Druck auf die Preise?

Wir konnten das 1. Quartal 2010 für den deutschen Markt mit einem Netto-Werbeerlös in Höhe von rund 19,4 Mio. Euro und somit einem Netto-Wachstum von 15,3 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2009 abschließen. Insbesondere unser stärkstes Medium, das 4/1-Format, hatte im 1. Quartal die höchsten Zuwächse. Wir sind daher mit dem Ergebnis des 1. Quartals dieses Jahres sehr zufrieden. - Der Druck auf die Preise hat zwar im Vergleich zum Krisenjahr 2009 leicht nachgelassen, aber spürbar bleibt er dennoch. Wir wollen uns jedoch an unverhältnismäßigen Rabattschlachten nicht beteiligen, sondern durch unsere Qualitätsmedien die Kunden überzeugen.

Welche Prognose würden Sie für 2010 in Bezug auf den Werbemarkt und die Preisentwicklung wagen?
Wir sind zuversichtlich, dass unser Unternehmen das Jahr 2010 mit einem Netto-Wachstum von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr abschließen wird. Das 2. Quartal verläuft genauso gut wie das 1. Quartal, eventuell sogar ein wenig besser. Die Buchungslage für die umsatzstarken Monate September bis Dezember ist den Erwartungen entsprechend positiv. Insgesamt kann man aus unserer Sicht für die Außenwerbung durchaus von einer spürbaren Entspannung im Werbemarkt sprechen.

Wie wird sich möglicherweise die Eurokrise auf den Werbemarkt auswirken? Beobachten Sie erste Reaktionen bei Werbungtreibenden? Wenn ja, welche?
Aktuell ist dies für uns nicht spürbar und in den Gesprächen mit den Kunden kein Thema.


Organisation Werbungtreibende im Markenverband:

Joachim Schütz, Geschäftsführer OWM


Joachim Schütz
Joachim Schütz
Sehen die OWM-Mitgliedsunternehmen die Talsohle inzwischen durchschritten? Und wenn ja, hat damit auch der Sparkus in Sachen Werbung ein Ende? Wenn nein, wann rechnen Sie mit der Trendwende?
Schon in der Herbstumfrage der OWM im letzten Jahr zeigten sich die Werbungtreibenden Deutschlands deutlich optimistischer im Hinblick auf ihre Werbeausgaben fuer 2010 als im Jahr zuvor. Die Zahlen von Nielsen fuer die ersten Monate bestaetigen diese positive Einschaetzung. Die Befragung unter unseren etwa 100 Mitgliedsunternehmen zeigt aber auch, dass diese Entwicklung sehr fragil ist und sehr stark von der weiteren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abhaengt.

Welche Prognose würden Sie für 2010 in Bezug auf den Werbemarkt/das Werbevolumen und die Media-Preisentwicklung wagen?
Prognosen bleiben schwierig. Geraet die Wirtschaft in keine groesseren Schwierigkeiten, werden am Ende des Jahres ein Plus bei den Bruttowerbeausgaben sehen, allerdings mit deutlichen Unterschieden zwischen den verschiedenen Mediengattungen. Einige Medien werden sicherlich versuchen, die staerkere Nachfrage durch Preiserhoehungen zu kapitalisieren. Ob Unternehmen das akzeptieren, bleibt abzuwarten. Ich habe da so meine Zweifel.

Wie wird sich möglicherweise die Eurokrise auf die Unternehmen und insbesondere die Werbeausgaben auswirken? Beobachten Sie erste Reaktionen bei Ihren Mitgliedern? Wenn ja, welche?
Die Eurokrise hat natuerlich Auswirkungen. Wie stark diese sind, haengt aber in erster Linie von der wirtschaftlichen Entwicklung eines jeden einzelnen Werbungtreibenden ab, das heiß wie stark sich diese Krise auf Export und Binnennachfrage auswirkt. Insbesondere die Entwicklung der Binnennachfrage hat Auswirkungen auf die nationalen Werbeausgaben.

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