HORIZONT-Ranking: Top-100-Medienhäuser legen um 2,2 Prozent zu. Wechsel in der Spitzengruppe

Mittwoch, 30. Juli 2008
Platz 2: Pro Sieben Sat 1 Media überholt Axel Springer und Holtzbrinck
Platz 2: Pro Sieben Sat 1 Media überholt Axel Springer und Holtzbrinck

Die 100 größten deutschen Medienunternehmen haben im vergangenen Jahr in Summe einen Umsatz von 62,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das entspricht einem Plus von 2,2 Prozent gegenüber 2006 und von 7,5 Prozent im Vergleich zu 2005. Dieses Ergebnis liefert die seit 20 Jahren exklusiv von HORIZONT erhobene Rangliste der Medienhäuser in Deutschland. Nachdem etliche Medienhäuser in Vorjahren Rekordzahlen gemeldet hatten, entwickelte sich das Geschäftsjahr 2007 demnach eher zäh. An der Spitze des Rankings steht – wenig überraschend – auch 2007 Bertelsmann. Der Medienmischkonzern steuert allein rund 30 Prozent zum Umsatz der Top 100 bei. Allerdings musste die Zentrale in Gütersloh nach dem Rekordjahr 2006 dieses Mal ein Umsatzminus von 2,8 Prozent vermelden.

Zum Vergrößern klicken! (Die Vollversion gibt es im Kasten unter "Marktdaten")
Zum Vergrößern klicken! (Die Vollversion gibt es im Kasten unter "Marktdaten")
Rund zwei Drittel der aufgeführten Medienfirmen konnten ihren Umsatz steigern. Allen voran der TV-Konzern Pro Sieben Sat 1 Media, der mit 2,7 Milliarden Euro (plus 29 Prozent) zum zweitgrößten deutschen Medienunternehmen aufgestiegen ist und sowohl Axel Springer (plus 8,5 Prozent) als auch Holtzbrinck (plus 10,9 Prozent) überholt hat. Einen weiten Sprung nach vorne macht die Verlagsgruppe Weltbild – von Platz 9 im Vorjahr auf Rang 6, nur knapp hinter den TV-Sendern RTL und ZDF.

Die HORIZONT-Analyse zeigt, dass das internationale Geschäft weiter an Bedeutung gewinnt – jedoch nur für bestimmte Medienhäuser. Vor allem Verlage mit starkem Zeitschriftenschwerpunkt expandieren kräftig im Ausland. So verdienen die Bertelsmann-Beteiligungen Gruner + Jahr und Motor Presse Stuttgart, der größte deutsche Fachverlag Springer Science + Business Media und die Bauer Verlagsgruppe zwischen 45 und 60 Prozent ihres Umsatzes auf fremdem Boden. Im Durchschnitt der Top 100 ist es jeder dritte Euro. Umgekehrt erwarten laut HORIZONT-Umfrage viele Befragte, dass internationale Investoren und branchenfremde Firmen in zunehmendem Maße den deutschen Medienmarkt entern werden.

Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck zählt mit einem Plus von fast 11 Prozent zu den wachstumsstärksten Medienfirmen 2007. Sie verdankt dies vor allem der guten Entwicklung im Feld „Bildung und Wissenschaft“ sowie der steigenden Bedeutung der digitalen Medien. Die damit erzielten Erlöse von 177 Millionen Euro (Vorjahr: 28 Millionen) machen einen Anteil von knapp 7 Prozent am Gesamtumsatz aus. Auch für andere Verlage zahlen sich die Investitionen ins Onlinegeschäft aus. So klettert bei Burda der Umsatzanteil der digitalen Medien auf beachtliche 16,3 Prozent, bei der Spiegel-Gruppe sind es 7,3 Prozent, bei Axel Springer 6,1 Prozent.

Das komplette Ranking „Die größten deutschen Medienunternehmen 2007“ sowie eine ausführliche Analyse veröffentlicht HORIZONT in Ausgabe 31/2008, ET: 31. Juli 2008. Auszüge können Nutzer ab Donnerstag auch unter http://www.horizont.net/marktdaten/medienhaeuser/pages/ abrufen.
Meist gelesen
stats