HORIZONT-Check: Wie Ashton Kutcher Two and a Half Men verändert

Mittwoch, 11. Januar 2012
Das neue Dream-Team von "Two and a Half Men" (© Warner Brothers Entertainment Inc.)
Das neue Dream-Team von "Two and a Half Men" (© Warner Brothers Entertainment Inc.)

Ashton Kutcher hatte gestern Abend seinen ersten Auftritt in der US-Sitcom "Two and a Half Men". Die grandiosen Einschaltquoten zeigen: Das Publikum hat mit Spannung erwartet, wie sich der Neuzugang als Nachfolger des Enfant Terrible Charlie Sheen alias Charlie Harper schlägt. HORIZONT.NET hat sich die erste Doppelfolge genau angeschaut. Ein Schrei, eine weiße Aschewolke, und da steht er: Walden Schmidt. Der hoch aufgeschossene Schönling ersetzt den bisherigen Protagonisten Charlie Harper, der den Serientod sterben musste: In Paris, kurz nachdem er seiner Stalkerin Rose einen Heiratsantrag gemacht hat, wurde Charlie von einer U-Bahn überfahren und explodierte "wie ein Ballon mit einer Füllung aus Fleisch". Während Charlie Harper aus der Kulisse diffundiert, weil Alan die Urne mit den sterblichen Überresten seines Bruder fallen lässt, taucht der sensible Internetmilliardär Schmidt wie aus dem Nichts auf und kauft wenig später Charlies Haus. Wobei: Ganz aus dem Nichts stimmt nicht. Schmidt hat gerade einen Selbstmordversuch im Pazifischen Ozean hinter sich, weil er von seiner Frau verlassen wurde. Schon hier deutet sich der Gegensatz des Charakters zum vormaligen Herr im Strandhaus Harper an: Dessen einziger Grund, sich wegen einer Frau umzubringen, wäre ein positiver Schwangerschaftstest gewesen.

Doch bei der Zusammensetzung der Charaktere geht es nicht um Kontinuität. Nachdem klar war, dass Charlie Sheen aufgrund zahlreicher privater Eskapaden die Serie verlassen muss, brauchte die Serie auf jeden Fall eine gewisse inhaltliche Auffrischung. Sheen war in seiner Rolle als Charlie Harper absolut glaubwürdig: Im Privatleben machte er mehr als einmal mit Drogen- und Alkohol-Exzessen im Beisein von Prostituierten von sich Reden. Wenn Sheen also wieder einmal betrunken und lallend durch die Szenerie von "Two and a Half Men" torkelte, so nahm man ihm das ab.

Kutcher ist anders. In seinen bisherigen Rollen - etwa als Michael Kelso in "Die wilden Siebziger" oder als Jesse in der Komödie "Ey Mann, wo is' mein Auto?" - war der heute 33-Jährige zwar immer irgendwie ausgeflippt, aber anständig. Ebenso sein Privatleben: Kutcher kam bis zum Jahre 2005 ohne große Eskapaden aus, ehe er durch seine Hochzeit mit der 16 Jahre älteren Demi Moore für Schlagzeilen sorgte. Zugegeben: Durch die jüngsten Gerüchte um einen Seitensprung Kutchers, weswegen die Ehe nun in die Brüche ging, bekam sein Saubermann-Image Risse. Einen trinkenden, rauchenden und spielenden Charakter wie Charlie Harper wird man ihm jedoch nie abkaufen.

Die Herausforderung ist daher, frischen Wind in die Serie zu bringen, ohne am Grundkonzept etwas zu ändern. Schmidt hat zwar nicht das gleiche selbstzerstörerische Potenzial wie Charlie, er sieht jedoch genauso gut aus und besitzt einen unvergleichlichen Charme. Auch wenn er zunächst etwas weinerlich rüberkommt, entwickelt er sich - so viel weiß man aus den in den USA bisher ausgestrahlten Folgen schon - zu einem kindsköpfigen Frauenheld. Es ist ein Versuch der Macher, das Erfolgskonzept der Serie in anderer Form zu konservieren: Männer - und nur die - müssen sich in der Serie wieder erkennen können. Oder sie müssen wenigstens einen anderen das ausleben sehen, was sie für sich selbst wünschen.

Weitere Fixpunkte in der Serie: Da sowohl der Name als auch die Kulisse für die Serie unverändert bleiben, muss sie weiterhin von den Konflikten zwischen den unter einem Dach wohnenenden Personen leben. So trifft es wieder mal den armen Alan, gespielt von Jon Cryer. Dessen Rolle verändert sich nicht. Stand er bislang im Schatten seines Bruders Charlie, den er nach außen hin zwar verachtet, insgeheim jedoch geliebt und bewundert hat, so muss er nun die Überlegenheit Schmidts anerkennen. Dieser ist groß, gut aussehend, klug und stinkreich, zudem hat er - Zitat Alan - "ein Gehänge wie'n Elefant". Alles Dinge, die Alan auch gerne hätte. Unnötig zu erwähnen, dass auch Alans Sohn Jake von dem Neuzugang nicht unbeeinflusst bleiben wird, sehr zum Leidwesen seiner Eltern und seiner Großmutter Evelyn.

Die komplette Werbeinsel finden Sie unter www.xad.de und im HORIZONT-Kreationsnewsletter
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Den Zuschauern hat der Neustart zunächst gefallen. Besonders die Quoten aus den USA sprachen eine deutliche Sprache: Kutchers ersten Auftritt verfolgten im September 2011 28.74 Millionen Menschen - fast vier Millionen mehr als zu Sheens besten Zeiten. Allerdings pendelten sich die Quoten in den Staaten mittlerweile auf einem ähnlichen Niveau ein wie zuvor. Ähnliches darf man auch hierzulande erwarten, wobei sich Pro-Sieben-Vermarkter SevenOne Media um die Auslastung der Werbeblöcke keine Sorgen zu machen braucht: Allein in den gestrigen zwei Folgen hatten 53 Kunden einen Slot gebucht, darunter fast ausschließlich Big Spender wie McDonald's, Samsung und ING-DiBa. Die Zeichen deuten also darauf hin, dass "TaaHM" mittelfristig eine erfolgreiche Serie bleiben wird. ire

Two and a Half Men, Dienstags 21.15 auf Pro Sieben

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