HORIZONT-Check: Warum "Treat" dem Kiosk neuen Biss verleihen könnte

Montag, 17. September 2012
Pasta trifft Padberg
Pasta trifft Padberg

Leckerbissen oder Hochgenuss - das bedeutet "Treat" auf Deutsch. Und kaum hat man das aktuelle Abschlusswerk der Burda-Journalistenschüler, das ab Dienstag zunächst als einmalige Sonderausgabe am Kiosk steht, durchgeblättert, ist klar: Den Titel trägt das Magazin völlig zu Recht. Denn ein besonderes Vergnügen sind die Storys über Essen und Trinken, Ausgehen und Selbstkochen auf jeden Fall.

Inhalt und Layout

"'Treat' weiß, wo man Prominente trifft und wie sie ihr Leben genießen - über das Thema Essen und Genuss werden die Celebrities zu Freunden auf Augenhöhe", beschreibt Birgitt Micha, Redaktionsdirektorin Burda Food.net, die die 23 Journalistenschüler zusammen mit Patricia Riekel, Chefin der Burda Style Group, bis zu Markteinführung des neuen Magazins begleitet hat. Stars und Sternchen tauchen dann auch in jeder Rubrik auf, aber im Gegensatz zu den bekannten People-Magazinen in einer völlig unaufgeregten Art und Weise. In "Meet & Eat" können die Leser beispielsweise Eva Padberg in den Kochtopf schauen. Dazu Interview und sympathische Fotostrecke gegen das Klischee, bei Topmodels bleibe die Küche kalt - gelungen! Promis auf Augenhöhe - das Konzept funktioniert auch, wenn Boxer Jack Culcay oder Moderatorin Minh-Khai Phan-Thi verraten, mit welchen Gerichten sie Heimwehattacken bekämpfen. Die Rezepte dazu findet man im dazugehörigen Internet-Blog. Für Menschen, die Kochbücher wie Romane lesen, wären sie aber auch gedruckt schön gewesen.

Vitaminspritze - einmal anders fotografiert
Vitaminspritze - einmal anders fotografiert
In der Rubrik "Eye Candy" nähert sich "Treat" dem Thema Essen über ungewöhnliche neue Trends in Kunst, Mode und Musik oder erinnert an die witzigsten Koch- und Essszenen der Film- und Seriengeschichte - einschließlich der Rezepte für die "schlüpfrig gebutterten Scheisserchen" (Schnecken) aus "Pretty Woman" oder den traditionellen Vanille-Himbeer-Hack-Trifle aus "Friends". Das Thema "Nur Essen im Kopf" beeindruckt dagegen nicht mit Text, sondern mit Aufnahmen von außergewöhnlich behüteten Damen. Überhaupt steckt in "Treat" jede Menge Originalität und Kreativität, sei es bei der Illustration oder bei Themen und Titeln. Denn selbst wenn man das  Berliner Hipster-Paar Bonnie Strange und Wilson Gonzalez Ochsenknecht sonst eher skeptisch beäugt, das Interview über die alltäglichen Küchenmarotten bringt die skurillen Jungstars in jede andere Altbauwohnung Deutschlands.

Zielgruppe

"Treat" ist von der Zielgruppe für die Zielgruppe: 25-35 Jahre alte, gebildete, berufstätige Menschen, die sich für gutes Essen und Ausgehen mit einem unternehmenslustigen Freundeskreis interessieren, neue Trends verfolgen und Mode, Musik und mobilen Lifestyle mögen. Das Heft geht dementsprechend crossmedial an den Start: Es gibt nicht nur eine eigene Facebook-Seite, sondern auch einen Blog ("Three is a party"), der Rezepte und Einblicke hinter die Kulissen des Magazins liefert. Erstellt werden die Texte vom Burda-Nachwuchs selbst, beratend steht aber zusätzlich als Online-Redaktionsleiter Journalist Maximilian Gaub zur Verfügung.

Werbemarkt

Laut Burda erscheint "Treat" morgen zunächst als einmaliges Sonderheft. Nikolaus von der Decken, Leiter der Journalistenschule, hat aber bereits angekündigt, dass bei erfolgreichem Verkauf eine Zukunft nicht ausgeschlossen sei. Die Erstausgabe erscheint in einer Auflage von 50.000 Exemplaren zum Copypreis von 3,50 Euro. Von den 130 Seiten sind knapp 14 mit Anzeigen belegt, der Großteil davon jedoch für andere Titel aus dem Hause Burda. Zu den Werbekunden dieser Ausgabe gehören Lindt, Karstadt und Siemens. Unternehmen, die junge Menschen erreichen wollen, die viel und gerne unterwegs sind, sich dabei aber bewusst und gesund in einem möglichst schönen Umfeld ernähren möchten, könnten mit "Treat" ihre Zielgruppe erreichen. Die Macher selbst trommelten zur Markteinführung ordentlich: Eine Video soll das People- und Food-Magazin viral bekannt machen, zum Oktoberfest-Special gibt es zusätzlich Plakatwerbung in München.

Fazit

Man kann es sich kaum vorstellen, aber "Treat" ist als Kombination von Promi- und Kochzeitschrift wirklich neu am Kiosk. Ähnlich wie "Hollyhome", das ebenfalls von den Journalistenschülern aus dem Burda-Verlag gestaltet worden war, besticht das Magazin mit liebevoll gestalteten Seiten und neuen Blickwinkeln zum Thema Essen. "Hollyhome" gab es leider nur einmal - ein Nachschlag von "Treat" würde dem Zeitschriftenmarkt allerdings gut bekommen. kl

Essen mit Stars
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