HORIZONT-Check: Warum "The Voice" auch mit den Battles seine Qualität beweist

Freitag, 16. Dezember 2011
4,86 Millionen Menschen sahen gestern das Battle zwischen Pamela Falcon und Percival
4,86 Millionen Menschen sahen gestern das Battle zwischen Pamela Falcon und Percival

Bei den "Blind Auditions" haben die Juroren noch um die besten Kandidaten gekämpft. In der zweiten Phase von "The Voice of Germany" treten nun die Sänger gegeneinander an – in den sogenannten "Battles". Die Quoten hat die erste Kampfrunde zwar nicht in die Höhe getrieben, doch der direkte Vergleich der Kandidaten hat durchaus Potenzial und zeigt, warum "The Voice" sich von anderen Castingshows positiv absetzt.
Das Prinzip der Battles ist schnell erklärt: Zwei der Talente eines Teams – in seltenen Fällen können es auch drei sein – singen gemeinsam ein Lied. Doch sie sind dabei nicht nur Gesangspartner, sondern stehen auch miteinander in Konkurrenz, denn nur ein Kandidat kommt eine Runde weiter. Für diese Entscheidung steht jedem Juror ein Experte zur Seite, der ihm dabei helfen soll, aus seinen Talenten das meiste herauszuholen – schließlich geht trotz der Battles zwischen den Kandidaten auch der Kampf unter den Jurymitgliedern weiter.

Deshalb dürfen zwar alle Coaches ihr Urteil über einen Auftritt abgeben, doch wer weiterkommt, entscheidet diesmal nur der Juror, dessen Kandidaten gerade gegeneinander angetreten sind. Aus den im Schnitt 16 Kandidaten, die die jeweils Juroren ausgewählt haben (Xavier Naidoo hat 17 Talente in seinem Team, The Bosshoss hingegen nur 15), darf jeder nur sechs mit in die Liveshows nehmen, die Anfang Januar starten.

Das Potenzial der Battles – auch für die Marktanteile – ist groß, schließlich sorgt der Kampf der Kandidaten für jede Menge Dramatik. Dabei spielt natürlich die die Auswahl der Gegner eine wichtige Rolle: So lassen The Bosshoss direkt zu Beginn zwei Sänger gegeneinander antreten lässt, die schon vor Start der Show gemeinsam auf der Bühne gestanden haben und sich dementsprechend gut verstehen. Aus dem Duell Ramona vs. Butch geht erstere als Siegerin hervor. Konstellationen wie diese leiten auch die Zuschauer dazu an, sich eine Meinung zu bilden – was die Identifikation mit einzelnen Kandidaten nur noch verstärkt.

Team Bosshoss: Ramona geht aus dem Duell mit Butch als Siegerin hervor
Team Bosshoss: Ramona geht aus dem Duell mit Butch als Siegerin hervor

Dennoch sind die Quoten des ersten Battles unter den Bestwerten der Vorwoche zurück geblieben: Während die „Blind Auditions“ am vergangenen Donnerstag auf Pro Sieben den Bestwert von 30,9 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen erreichte und auch im Gesamtpublikum mit 5,21 Millionen Zuschauern ganz vorne lag, hat es  gestern Abend lediglich für Platz 2 gereicht. In der Zielgruppe war "The Voice of Germany" jedoch auch gestern wieder Nummer Eins mit einem Marktanteil von 28,4 Prozent. Das ist zwar eine überdurchschnittlich gute Reichweite für Pro Sieben, doch eigentlich hätte noch ein bisschen mehr drin sein können.

Schließlich wird der Qualitätsanspruch der Sendung in den Battles noch deutlicher als zuvor: Alle Kandidaten singen auf extrem hohen Niveau. Der eigentliche Grundgedanke der Show – dass eben nur die Stimme zählt – ist in den Blind Auditions zwar noch konsequenter umgesetzt worden. Doch natürlich ist spätestens zu diesem Zeitpunkt im Wettbewerb auch das Auftreten und in gewissem Maße die Optik für das Weiterkommen entscheidend.

Und im Gegensatz zu anderen Castingshows wie "Deutschland sucht den Superstar" (RTL) spielen bei "The Voice" traurige Familiengeschichten oder dramatische private Abstürze keine Rolle. Dabei wäre es für Pro Sieben und Sat 1 gerade in den Battles so einfach gewesen, Reality-Elemente mit dem Gesangswettbewerb zu vermischen. Dass die Sender dieser Versuchung widerstanden haben, ist ihnen hoch anzurechnen – und sollte sich auch in der Quote niederschlagen. sw
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