HORIZONT-Check: Warum Matthias Opdenhövel der "Sportschau" gut tut

Montag, 08. August 2011
Matthias Opdenhövel fühlt sich offensichtlich wohl im Sportschau-Studio
Matthias Opdenhövel fühlt sich offensichtlich wohl im Sportschau-Studio

Am Freitag durfte Matthias Opdenhövel zum ersten Mal in der Bundesliga ran. Für die "Sportschau" moderierte der ARD-Neuzugang das Auftaktspiel der neuen Saison im Dortmunder Westfalenstadion und überzeugte mit ehrlicher Fußballbegeisterung und fundierter Fachkenntnis. Wenn sich der Moderator seine Lockerheit auch im "Sportschau"-Studio bewahren kann, dürfte sich seine Einwechslung für die ARD voll auszahlen. Bei seinem ersten Auftritt in der altehrwürdigen "Sportschau" eine Woche zuvor wirkte Matthias Opdenhövel noch ein wenig verunsichert. Beim DFB-Pokalwochenende sprach er so laut, als stünde er noch auf der großen Showbühne von "Schlag den Raab". Am Freitag, als der ehemalige Stadionsprecher von Borussia Mönchengladbach die Begegnung zwischen Dortmund und dem Hamburger SV moderierte, war er aber ganz in seinem Element. Im Zusammenspiel mit Mehmet Scholl, der die Begegnung als Experte analysierte, entspann sich ein angeregtes Gespräch zweier Fußballverrückter, bei dem der Funke auch auf den Zuschauer übersprang. Dank guter Vorlagen von Opdenhövel konnte selbst der sonst oft fahrig wirkende Scholl einige verbale Treffer landen. Womöglich haben die beiden sogar das Zeug, das legendäre Gespann Delling/Netzer zu beerben.

So viel kann man zumindest jetzt schon sagen: Für die "Sportschau" ist der Neuzugang Opdenhövel auf jeden Fall ein Gewinn. Im Vergleich zu dem stets etwas aufgesetzt staatsmännisch wirkenden Reinhold Beckmann und dem abgebrühten Wortjongleur Gerhard Delling wirkt Opdenhövel sympathisch neugierig und fußballbegeistert. So könnte der 40-Jährige vor allem wieder mehr junge Zuschauer am Samtagabend zur "Sportschau" locken.

Man kann nur hoffen, dass er die ehrliche Begeisterung, die er am Freitag bei seiner Live-Moderation im Stadion an den Tag gelegt hat, auch im Studio beibehalten kann. Das inhaltliche Korsett der "Sportschau" ist eng geschnitten. Doch wer sich auf der großen Showbühne neben Stefan Raab behauptet, den kriegt auch die ARD nicht klein. dh
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