HORIZONT-Check: Food-Magazin "Deli" überzeugt mit guter Mischung

Donnerstag, 04. Oktober 2012
"Deli" kommt am 8. Oktober in den Handel
"Deli" kommt am 8. Oktober in den Handel

Einfach, unkompliziert und schnell - so sollen die Rezepte sein, die im neuen Food- und Lifestylemagazin "Deli" von Gruner+Jahr zu finden sind. Das Magazin richtet sich an berufstätige Frauen zwischen 20 und 45, die zwar gerne kochen, aber dafür nicht immer die nötige Zeit haben, sich komplizierte Gerichte nicht zutrauen und eigentlich noch viel lieber essen als am Herd zu stehen. Ein erster Blick ins Heft beweist: Bei Basic-Rezepten wie Spagetthi Bolognese, Brathähnchen und Möhrenkuchen kommen vor allem unerfahrene Hobby-Köche auf ihre Kosten.

Inhalt und Layout

Pasta geht immer - also finden die Leser in der ersten Ausgabe sechs verschiedene Gerichte, zwei Saucen und eine Anleitung für Nudelteig. Damit der italienische Abend auch zum Erfolg wird, gibt es für den blutigen Anfänger bei "Deli" neben Tipps gegen pappige Pasta auch handschriftlich eingefügte Kommentare, die erklären, warum Tomatensauce lange kochen muss, wie man Hartkäse hobelt und welche Zutat ersatzweise für Mangold verwendet werden kann. Das funktioniert dank dem sympathischen und leichten Layout des Magazins hervorragend, denn die kleinen Anmerkungen lassen die typische Kochbuch-Optik gar nicht erst aufkommen und sind obendrein für Anfänger sehr hilfreich. 

Insgesamt ist der Redaktion eine gute Mischung aus herzhaften Gerichten, Süßspeisen und Getränken gelungen - Lifestyle-Themen werden hingegen nur sehr am Rande behandelt. Zwar bietet das Heft neben den zahlreichen Rezepten auch Restauranttipps und kleine Deko- und Bastelideen, ob es damit aber tatsächlich "eine Lücke zwischen den klassischen Food-Zeitschriften und jungen Lifestyle-Magazinen schließt", wie es bei Gruner+Jahr heißt, ist fraglich. Für Anfänger und unbedarfte Köche kann "Deli" aber funktionieren. Entwickelt hat das Magazin das Redaktionsteam von "Essen & Trinken" unter Führung der Chefredaktion Stephan Schäfer, Elisabeth Herzel und Clemens von Luck.

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Zielgruppe

Das Magazin richtet sich an junge, vorwiegend berufstätige Frauen zwischen 20 und 45, für die Lebensfreude im Mittelpunkt steht, die zwar gerne kochen, dafür aber eher wenig Zeit haben und deren Küche auch nicht zwingend perfekt ausgestattet sein muss. Diese mobile Zielgruppe erfordert crossmediale Angebote: Daher geht zum Verkaufsstart kommenden Montag auch der Web-Auftritt  "deli-magazin" online, der von einer eigenen Online-Redaktion betreut wird und in den künftig auch Food-Blogger eingebunden werden sollen.

Werbemarkt

"Deli" erscheint ab 8. Oktober zunächst als Testausgabe mit einer gedruckten Auflage von 150.000 Exemplaren zu einem Einführungspreis von 2,50 Euro. Obwohl die Zeitschrift mit ihren Inhalten eine kaufkräftige Zielgruppe ansprechen will, sind die Werbekunden noch zurückhaltend: Von den 132 Seiten sind nur 9 mit Anzeigen belegt. In dieser Ausgabe haben sich zum Beispiel Lindt, BMW und Henkel von dem neuen Konzept überzeugen lassen. Ob sich die Zeitschrift zwischen Größen wie "Essen & Trinken", "Lecker" und dem zunächst als Sonderausgabe an den Start gegangenen "Treat" etablieren kann, wird sich zeigen - bei Erfolg soll Deli ab 2013 regelmäßig erscheinen. Natascha Koch

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