"Guter Rat": Entschleunigung statt Ad-hoc-Beratung im Internet

Donnerstag, 14. Februar 2013
"Guter Rat" ist die älteste, kontinuierlich erscheinende deutsche Zeitschrift
"Guter Rat" ist die älteste, kontinuierlich erscheinende deutsche Zeitschrift

Für Chefredakteur Werner Zedler ist es eine „Zukunftssicherungsmaßnahme": Die älteste kontinuierlich erscheinende deutsche Zeitschrift „Guter Rat" hat sich einen Relaunch verpasst - den ersten umfassenden in ihrer fast 70-jährigen Geschichte. Mit dem neuen Layout, der klaren Heftstruktur und einem hochwertigeren Papier bekennt sich das in Burdas Super Illu Verlag erscheinende Verbrauchermagazin klar zu Print. Denn trotz Einbußen - die verkaufte Auflage von „Guter Rat" sank von rund 240.000 Exemplaren im 4. Quartal 2010 auf knapp 222.000 Stück im Vergleichszeitraum 2012 - gibt es laut Zedler noch genug Leser, die die Haptik der Zeitschrift sowie glaubwürdige Informationen schätzen. Die Ad-hoc-Beratung im Internet könne ein monatlich erscheinendes Blatt nicht leisten, stattdessen aber Entschleunigung, Sicherheit und Orientierung.

Die „zentralen Bereiche des Lebensmanagements" enthält „Guter Rat" deshalb weiterhin, Themen wie Altersvorsorge sind auf den 100 Seiten fortan aber luftiger und in einem zurückhaltenden Layout dargeboten. Bei der Umsetzung unterstützte Rüdiger Quass von Deyen, Partner bei der Kölner Designagentur KD1.

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Zum Kurzinterview mit Chefredakteur Werner Zedler

Chefredakteur Werner Zedler
Chefredakteur Werner Zedler
Herr Zedler, was waren die Gründe für den Relaunch von „Guter Rat"?

Mit dem Relaunch wollen wir noch mehr Klarheit und Struktur für die Verbraucher schaffen. Im Internet findet der Nutzer jederzeit Beratung, wenn er sie braucht. Eine solche Ad-hoc-Beratung kann ich in einem monatlich erscheinenden Blatt nicht leisten. Muss ich aber auch nicht. Denn es gibt immer noch sehr viele Leser, die die viel beschworene Haptik des Heftes und vor allem gebündelte und glaubwürdige Informationen schätzen. Auf diese Zielgruppe - vor allem Städter mit hohem Haushaltseinkommen und hohem Bildungsgrad - fokussieren wir uns.

Was sind die wichtigsten optischen und inhaltlichen Veränderungen?
Thematisch sind wir unserem Muster komplett treu geblieben. Wir wollen alle zentralen Bereiche des Lebensmanagements abbilden. Dafür sorgen als kompetente Ratgeber unsere Redakteure, die Experten in ihrem jeweiligen Bereich sind. Das Layout ist luftiger und zurückhaltender geworden, es gibt neue Rubriken und wir gönnen uns ein hochwertigeres Papier.

Welche Rolle spielt ein Magazin wie „Guter Rat" in der digitalen Welt?
Es bietet vor allem Orientierung und Sicherheit. Gerade in der digitalen Welt werden die Entscheidungen für den Verbraucher immer komplexer und komplizierter. Unsere Aufgabe sehen wir darin, die Flut an Informationen zu sortieren, zu gewichten und zu bewerten. Entschleunigung ist doch das große Thema unserer Zeit. Wir wollen, dass sich unsere Leser zurücklehnen und gerne länger in unserem Heft lesen. kl
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