Gruner + Jahr will sinkenden Umsatz durch Zukäufe auffangen

Freitag, 29. August 2008
Bernd Kundrun, G + J-Vorstandschef, will Anpassungs- und Portfoliomaßnahmen ergreifen
Bernd Kundrun, G + J-Vorstandschef, will Anpassungs- und Portfoliomaßnahmen ergreifen

Gruner + Jahr-Vorstandschef Bernd Kundrun erwartet auch 2009 keine Erholung der westeuropäischen Werbemärkte. Print sei von dieser Entwicklung stärker betroffen als andere Mediengattungen, so Kundrun am Freitag vor Journalisten. Trotz der widrigen Umstände rechnet Kundrun für das Gesamtjahr mit einem Ergebnis leicht über 2007. Dies will Kundrun bei Bedarf durch weitere "Anpassungs- und Portfoliomaßnahmen" erreichen. An der Strategie von Gruner + Jahr - Investitionen in bestehende Medienmarken und kleinere Zukäufe im Internet - soll sich nichts ändern. Allerdings habe die Renditesicherung zunächst Vorrang vor Wachstum durch Akquisitionen.

In den kommenden zwei Jahren erwartet Kundrun indes eine Verbesserung des Investitonsklimas, da sich durch die konjunkturelle Großwetterlage die Bewertung kleinerer Medienunternehmen ändere. Großinvestitionen schloss Kundrun dabei nicht aus. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass G+J um die zum Verkauf stehende Fachzeitschriftensparte von Reed Elsevier mitbieten will.

Der Gesamtumsatz von Gruner + Jahr lag im 1. Halbjahr 2008 mit 1,36 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahresniveau mit 1,39 Milliarden Euro - laut Unternehmen "im Wesentlichen wechselkursbedingt". Das Operating Ebit stieg minimal von 116 auf 117 Millionen Euro. Im Kerngeschäft rund um die Medienmarken des Verlags sank der Umsatz von 990 Millionen auf 982 Millionen Euro. Dies spiegele "die angespannte Situation in den westeuropäischen Anzeigenmärkten wider". Das Operating Ebit im Kerngeschäft stieg um 6,4 Prozent auf 95,8 Millionen Euro, die Rentabilität auf 9,8 Prozent. rp
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