Gruner + Jahr verkauft russisches Zeitschriftengeschäft an Axel Springer

Dienstag, 24. November 2009
"Kritische Größe nicht erreicht": G+J stößt sein Russland-Geschäft ab
"Kritische Größe nicht erreicht": G+J stößt sein Russland-Geschäft ab

Jetzt ist es offiziell: Gruner + Jahr zieht sich aus Russland zurück und verkauft sein russisches Geschäft an Axel Springer. Zum 1. Dezember übernimmt das Zeitungshaus die vier Zeitschriften "Geo", "Geo Lenok", "Geo Traveller" und "Gala Biografia" sowie drei Websites. Zum Kaufpreis machten die beteiligten Unternehmen keine Angaben. Nach Informationen des "Handelsblatt" bekommt G+J für die vier Titel einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag. "Wir haben dort die kritische Größe im Markt einfach nicht erreicht", zitiert das "Handelsblatt" einen Beteiligten. Auch aus Ungarn und Rumänien wolle sich das Hamburger Verlagshaus zurückziehen.

Laut Torsten-Jörn Klein, Leiter G+J International, engagiere man sich nur noch in Märkten, "in denen wir bereits eine herausragende Stellung haben, beziehungsweise eine solche auch erlangen können. In Russland hätte Gruner + Jahr diese Position nur durch unverhältnismäßig viele und teure Zukäufe erreicht". Bereits Mitte September hatte HORIZONT.NET über wohl anstehende G+J-Rückzüge aus Russland, Teilen Osteuropas und aus Randmärkten berichtet.

Springer kann mit dem Zukauf sein Zeitschriftenportfolio in Russland dagegen weiter ausbauen. Der Medienkonzern ist dort bereits mit Lizenzausgaben von "Forbes", "Newsweek", "Computerbild" und "OK" präsent. "Diese Portfolio-Erweiterung sichert den zukünftigen, dauerhaften Erfolg unseres russischen Tochterunternehmens und ist ein wichtiger Schritt auf dem strategischen Weg der Internationalisierung und Digitalisierung", kommentiert Ralph Büchi, President Axel Springer International den Deal. Der Verkauf steht noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die russischen Kartellbehörden. dh/rp
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