Gruner + Jahr verkauft „Frau im Spiegel" an WAZ-Gruppe

Mittwoch, 19. März 2008
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Es ist soweit: Wie seit Monaten spekuliert, trennt sich der Hamburger Verlag Gruner + Jahr von seinem wöchentlichen Titel "Frau im Spiegel". Käufer ist der Westdeutsche Zeitschriften-Verlag (WZV), die Zeitschriften-Tochter der Essener WAZ Mediengruppe. Im Zuge der Übernahme verlegt der WZV den Redaktionssitz von „Frau im Spiegel" nach München. Alle 39 festen Redaktionsmitglieder erhalten das Angebot, nach München zu wechseln. Die Verlagsmitarbeiter der G+J-Tochter Ehrlich & Sohn, bei der „Frau im Spiegel" bisher erscheint, sind nicht von der Veränderung betroffen und werden weiter für andere G+J-Titel arbeiten, so der Verlag.

„Frau im Spiegel" war nach dem Aus für "Woman" im vergangenen Jahr das Sorgenkind im Frauenmagazin-Portfolio von G+J: Die Auflage des 60 Jahre alten Traditionstitels sinkt seit Jahren, die Marke altert mit ihren Leserinnen, das Verjüngungsexperiment mit dem Zweitheft „Look" scheiterte Ende 2006. Derzeit verkauft „Frau im Spiegel" 309.496 Hefte (IVW IV/2007), das sind 17 Prozent weniger als im Vorjahresquartal und nur halb so viel wie vor sieben Jahren.

G+J ist nun zu dem Schluss gekommen, dass der Titel nicht mehr ins Portfolio passt und sich in Zukunft nur noch rechnet, wenn er gemeinsam mit ähnlichen Magazinen produziert und vermarktet wird. Es sei „eine Einbindung in ein Magazinportfolio nötig, in dem mehrere Titel koordiniert im Marktsegment agieren können", sagt G+J-Vorstand Bernd Buchholz: „Diese Einbettung ist für ‚Frau im Spiegel' bei G+J in der notwendigen Form nicht gegeben."

Der WZV („Echo der Frau", „Frau aktuell", „Das Goldene Blatt", „Neue Welt") hält diese Voraussetzung bei sich für gegeben: „Wir kennen und schätzen ,Frau im Spiegel', eine der wenigen großen Marken unter den Frauenmagazinen, seit Jahren und wollen sie erfolgreich weiterentwickeln. Mit diesem Erwerb setzen wir unsere Wachstumsstrategie im Zeitschriftenbereich konsequent fort", sagt Manfred Braun, Geschäftsleiter Zeitschriften bei der WAZ Mediengruppe. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Zustimmung.
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