Gruner + Jahr legt Beschwerde gegen Urteil des Bundeskartellamtes ein

Montag, 09. August 2004

Das Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr (G+J) wird beim Oberlandesgericht Düsseldorf Beschwerde gegen den heutigen Beschluss des Bundeskartellamtes, den Lizenzerwerb von National Geographic Deutschland zu untersagen, einreichen. Das Bundeskartellamt kam in einem Fusionskontrollverfahren zu dem Ergebnis, dass die im Jahr 1999 vollzogene Lizensierung der Marke National Geographic Deutschland als ein genehmigungspflichtiger Zusammenschluss zu werten sei, da die Marke in Deutschland schon Marktgeltung gehabt hätte.

Zum ersten Mal überhaupt beurteilte das Bundeskartellamt die Neueinführung eines Produktes unter einer lizensierten Marke als anmeldepflichtigen Zusammenschluss. Hintergrund des Verfahrens ist die von G+J geplante Übernahme des 50-prozentigen Anteils der spanischen Gesellschaft RBA Holding Editorial am gemeinsamen Joint Venture G+J/RBA. Bei G+J- Zeitschriftenvorstand Bernd Buchholz stößt das Urteil auf Unverständnis: "Nach dem deutschen Fusionskontrollrecht muss man ein Vorhaben nur anmelden, wenn bereits bestehende Marktanteile übernommen werden." sch
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