Gruner + Jahr darf Anteil am Spiegel erhöhen

Dienstag, 07. September 2004

Gruner + Jahr und die Mitarbeiter KG des Spiegel-Verlags können den Erben von "Spiegel"-Gründer Rudolf Augstein jeweils ein halbes Prozent von deren 25-Prozent-Anteil abkaufen. Das hat das Bundeskartellamt laut "Tagesspiegel" am Dienstag entschieden. Die Erben Augsteins verlieren damit ihre Einflussmöglichkeit auf Entscheidungen beim "Spiegel", für die 76 Prozent der Gesellschafterstimmen notwendig sind. Augstein hatte die Klausel in den 70er Jahren verfügt, später aber vergeblich wieder zurückzunehmen versucht. Derzeit hält G+J 25 Prozent der Anteile, die Mitarbeiter besitzen 50 Prozent.

Jakob Augstein, Sprecher der Erbengemeinschaft, äußerte kürzlich im Interview mit der "Welt am Sonntag" Bedenken, dass G+J im Falle einer Aufstockung der Anteile zu viel Einfluss auf den "Spiegel" erhalten könnte, zumal der Verlag auch den Konkurrenten "Stern" herausgibt. " Es wäre eine groteske Situation, wenn der Hauptwettbewerber darüber mitentscheiden sollte, wie sich das Blatt positioniert", sagte Augstein in Hinblick auf die zukünftige Ausrichtung des "Spiegel". Das Kartellamt teilte diese Bedenken offenbar nicht. In Bonn geht man davon aus, dass die Anteilsverschiebung keine Auswirkung auf die Position von Gruner + Jahr hat. ra
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